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Erkrath: Neanderbad: Unter freiem Himmel schwimmen

Erkrath : Neanderbad: Unter freiem Himmel schwimmen

Die Saison ist eröffnet, die ersten Badegäste freuen sich über angenehme Wassertemperaturen.

"Na eigentlich sind jetzt ja schon die 'Spätschwimmer' da," scherzt Till Eckers, seit einer Woche neuer Leiter des Neanderbad, um kurz nach acht Uhr morgens, während er zufriedenen auf das gut frequentierte Außenbecken schaut.

Seit Dienstag ist das 25-Meter-Becken wieder für alle geöffnet, die unter freiem Himmel ihre Bahnen ziehen möchten. "Das gefällt mir ja so gut an dem Außenbecken: Man ist an der frischen Luft und mitten in der Natur. Man fühlt sich wie im Urlaub", freut sich Brunhilde Bierig, die auch schon regelmäßige Besucherin im ehemaligen Schwimmbad in Alt-Erkrath war. "Da haben meine Kinder und auch Enkel schwimmen gelernt", erzählt die resolute Dame noch, bevor sie sich auf den Weg zurück in die Halle macht. Dort beginnt um 9.30h die Wassergymnastik, an der sie dienstags immer teilnimmt.

Doris Mai und Helga Teuscher genießen das Schwimmen unter freiem Himmel. "Wir waren vorher im Solebad, da haben wir uns gut aufgeheizt. Aber das Wasser ist angenehm warm. Wir hätten auch sonst nicht gefroren", so Doris Mai. Sie hat ihrer Begleiterin schon oft vom Solebecken vorgeschwärmt und heute ist diese das erste Mal mitgekommen. Auch dem neuen Gast gefällt es hier so gut wie Doris Mai, die regelmäßig ins Neanderbad kommt.

Und noch ein weiteres Highlight wartete auf die beiden Damen aus Ratingen, als sie zurück in die Halle gingen. Zur Feier des Starts in die Freiluftsaison waren alle Schwimmer, nicht nur die, die sich trotz bedeckten Himmels nach draußen in das Becken getraut hatten, zu Kaffee und Kuchen eingeladen. "Eigentlich wollten wir den Ausschank draußen machen, aber heute noch ist es noch nicht warm genug, um in nassen Badesachen länger draußen zu stehen", erklärte Till Eckers, warum Azubi Leon Kasper drinnen mit frischem Kaffee und selbst gebackenen Kuchen steht.

"Es gibt Schoko-, Himbeer- und Aprikosen-Muffins und passend zum Ort diesen Schokoladenkuchen in Fischform", preist der junge Mann, der im August letzten Jahres seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetrieb begonnen hat, sein Angebot bei den Schwimmern an. "Leon hast Du mal einen heißen Kaffee für einen U-Boot-Kapitän" - begrüßt ihn auch prompt Stammgast Dieter Honke. U-Boot-Kapitän war der rüstige 79-jährige Velberter zwar nicht, aber zum Schwimmen kommt er regelmäßig hierher. "Vor 20 Jahren habe ich mit dem Schwimmen angefangen. Nach Feierabend bin ich erst bei uns in Velbert ins Bad gegangen und habe dann meine Frau in Mettmann von der Arbeit abgeholt", verrät der kontaktfreudige Rentner. "Den Fischkuchen hat doch bestimmt Ihre Frau gebacken", tippte er mit Blick auf Till Eckers. Das hätten ihm seine "persönlichen Quellen" verraten. Die waren wohl nicht ganz so gut informiert, da die Mutter des Betriebsleiters die kreative Bäckerin war. Und dass am 20. Juni wieder ein Mittsommerschwimmen mit stündlichen Aktionen für Groß und Klein geplant ist, verrät Till Eckers dann auch noch. "Alles mit eigener Man-Power organisiert", lobt er seine Angestellten, die ihn offen und herzlich empfangen hätten.

(RP)