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Neanderart Group: Mit Kunst gegen den Corona-Blues

Erkrath : Mit Kunst gegen den Corona-Blues

Der Erk@Art der Stadt gibt es jetzt digital, die private Neanderart Group baut eine neue Ausstellung im Gebäude der Kreispolizei auf, filmt die Arbeiten und stellt das Ergebnis ins Netz.

Etwa ein Jahr lang hing die Ausstellung mit Arbeiten der heimischen Künstlervereinigung Neanderart Group bereits unverändert in den Fluren der Kreispolizeibehörde in Mettmann – höchste Zeit, die kreativen Tapeten zu wechseln. Corona, wer sonst, war schuld an dieser unfreiwilligen Dauer-Ausstellung, die jetzt neuen, frischen Bildern und Fotografien Platz gemacht hat.

Ralf Buchholz, einer der führenden Köpfe der Gruppe, hat die Wände diesmal im Alleingang bestückt, denn natürlich gibt es auch bei der Kreispolizei strenge Hygiene-Regeln. Damit die – normalerweise öffentliche – Präsentation nicht nur die Beamten erfreut, sondern auch wieder ein größeres Publikum bekommt, hat Buchholz einen knapp fünfminütigen Film über die Ausstellung mit dem Titel „Frauenpower“ erstellt. Er kann über den Kanal Youtube abgerufen werden.

Es ist ein etwas eiliger und teils wackeliger Streifzug entlang der Arbeiten von Inge Appelgren, Melanie Joosten, Rita Lasch, Bianca Schulz, Nicole Tenge, Gabriele Weide, Inge Woeste und Sonja Zeltner-Müller, die alle der Neanderart Group angehören. Für einen ersten Eindruck mag es reichen. Die Gruppe hat schließlich Nachholbedarf, denn 2020 ist der überwiegende Teil ihrer Veranstaltungen ausgefallen und verkauft wurde daher kaum etwas.

Nicht nur an größeren Ausstellungen fehlte es Corona-bedingt im vergangenen Jahr. Auch die Quick-Art-Präsentationen im Stadthallen-Foyer konnten nicht in gewohnter Zahl stattfinden, da es dort so gut wie keine größeren Veranstaltungen gab. „Diese kleinen Präsentations- und Verkaufsstände kommen bei den Theaterbesuchern sehr gut an, viele haben zum Beispiel etwas zum Verschenken mitgenommen“, berichtet Ralf Buchholz.

Er selbst hat auch in Corona-Zeiten schon die eine oder andere Anfrage zu seinen Arbeiten bekommen. Die Leute verbringen jetzt eben deutlich mehr Zeit zuhause und entdecken dort hin und wieder Ecken, die noch etwas Aufwertung durch Malerei, Fotografie oder ein Objekt vertragen könnten. Für die Kreativen ist das eigentlich keine schlechte Entwicklung – aber sie müssen neue Wege finden, um ihre Arbeiten einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Im Idealfall wird daraus eine eigene Kunstform, momentan sind die meisten aber erst einmal im Stadium der Kompensation dessen, was derzeit nicht stattfinden kann. Das gilt auch für die Erk@Art-Schau der Stadt, die jetzt zum ersten Mal digital stattfindet, über die Plattform Kunstmatrix. Auch noch nicht das Nonplusultra, aber wie gesagt: Für einen ersten Eindruck und unter Umständen wie diesen ist es erst einmal besser, als gar kein Kunst-Trost gegen den Corona-Blues.

(hup)