Nach Sturzgeburt - Mutter und Kind sind wohlauf

Das kleine Wunder von Erkrath : Mutter und Kind nach Sturzgeburt wohlauf

Eigentlich sollte Luisa im Krankenhaus zur Welt kommen. Aber das kleine Mädchen überraschte seine Eltern mit einer Turbogeburt zu Hause.

Ganz zart und liebevoll streichelt Tommy seiner kleinen Schwester über das Köpfchen. „Ich freue mich schon sehr, wenn ich später mal mit ihr spielen kann“, sagt der Sechsjährige und beobachtet sichtlich stolz das schlafende Baby in dem grün-weiß gestreiften Strampler. Und auch seine Eltern kommen aus dem Staunen nicht heraus. Zum einen aus lauter Verzückung über die süße, neugeborene Tochter, zum anderen darüber, wie unglaublich rasant das kleine Mädchen ins Leben startete.

„Feuerwehr hilft kleiner Luisa Sophie auf die Welt“, titelte die RP am Dienstag über ihre Sturzgeburt, und die RP-Leser nahmen via Facebook über viele „Likes“ regen Anteil an ihrem Schicksal. Eigentlich war Luisas Geburt für den 2. März ausgerechnet. Als sich aber auch am 4. März noch nichts tat, ging die junge Mutter zur Kontrolle ins EVK. „Wir waren am Rosenmontag ja noch im Krankenhaus“, erzählt sie, während sie ihr Baby sanft auf dem Arm schaukelt. Weil sich bei der 30-Jährigen jedoch keine bevorstehende Geburt abzeichnete, durfte sie wieder nach Hause. Dort entschied sie sich für ein heißes Bad. „Ich hatte leichte Wehen, aber keinerlei schmerzhaft“, erinnert sich die junge Frau. „Ich war unglaublich entspannt, habe Musik gehört, war ganz bei mir.“ Dann aber ging alles ganz schnell. Papa Piotr Dziwulski schaut sein Töchterchen verliebt an. „Ich hörte meine Frau dann nur rufen, dass das Baby wohl kommt, habe ihr aus der Badewanne auf den Boden geholfen und sofort den Notruf gerufen. Das war genau um 17.36 Uhr. Nur wenige Augenblicke später waren die unglaublich lieben Sanitäterinnen bei uns.“ Um 17.55 Uhr wird Luisa Sophie, 3090 Gramm schwer und 49 Zentimeter groß, geboren. Mit einer einzigen, starken Presswehe kommt sie auf die Welt. Zu Hause in Erkrath, in vertrauter Umgebung. Im Beisein von Papa Piotr, den beiden Sanitäterinnen und der Notärztin. Von Panik keine Spur: „Das war eine unfassbar schöne Atmosphäre“, schwärmt der Familienvater, „und die beiden Helferinnen Stefanie Violett und Sabrina Germann waren so ruhig und souverän und professionell, als würden sie täglich nichts anderes tun.“ Dabei war es erst die zweite Geburt, die Notfallsanitäterin Stefanie Violett betreute.

Zur Beobachtung wurden Mutter und Kind anschließend für einige Tage ins EVK nach Mettmann gebracht. „Für mich“, sagt die jetzige Zweifachmama, „war das eine absolute Traumgeburt. Meine erste Geburt war sehr schlimm und traumatisch, und weil ich sehr viel Sorge hatte, wie es jetzt wohl wird, habe ich mich frühzeitig mit Entspannungsmethoden befasst, unter anderem mit Hypnobirth. Ich bin sicher, dass genau das zu dieser wundervollen Geburt geführt hat.“

Nun freut sich die Familie auf ihren gemeinsamen Alltag mit der kleinen Tochter und Schwester. „Plötzlich meinen alle, sie müsse doch Rosalie oder so getauft werden, weil sie am Rosenmontag zur Welt kam“, erzählt der stolze Papa und grinst. „Aber nichts da, es bleibt bei Luisa Sophie.“

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