Erkrath: Mobilfunkanbieter wollen nicht aufrüsten

Erkrath : Mobilfunkanbieter wollen nicht aufrüsten

Die Unternehmen ärgerten sich im Ausschuss darüber, dass kaum jemand ihnen Flächen für Mobilfunkmasten verpachten will. Das entsprechende Konzept der Stadt ist ihnen zu eng gefasst.

Weil es in Erkrath ein Mobilfunk-Konzept gibt, das die Bürger vor ungesunder Strahlung schützen will, weigern sich Anbieter wie Telekom, O2/Telefonica, E-Plus und Vodafone das Netz auszubauen. Das heißt: Im Osten Hochdahls, in Teilen der Willbeck und im Gewerbegebiet Unterfeldhaus ist der Handyempfang dürftig bis unmöglich und wird es wohl auch bleiben.

So zumindest lautete das Fazit der Vertreter der jeweiligen Mobilfunkanbieter im Ausschuss für Stadtentwicklung. Standorte von Funkmasten zu realisieren, die 20 Meter hoch seien, sei viel zu aufwendig, kritisierten sie einhellig. In Erkrath herrsche ein Klima, in dem kein Eigentümer mehr Flächen für einen Mast an sie vermieten wolle, weil es nur Ärger mit den Anliegern gebe. "Wir investieren nur da, wo es auch Geld bringt", hieß es. Und es sei vorläufig nicht vorgesehen, vorhandene Masten aufzurüsten.

18 Sendemasten gibt es derzeit in Erkrath. Langfristig sollen die Standorte laut Konzept, das von 2011 stammt, auf sechs reduziert. werden. Darüber hinaus gilt: Je höher die Sendemasten angebracht sind, desto geringer ist die Strahlenbelastung für die Bürger, bestätigt Dr. Peter Niessen vom Fachinstitut für Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt. Der Nachweis sei zwar schwierig, sagt Niessen weiter, dennoch stehe die Strahlung vor allem im Verdacht, Schlaf- und Konzentrationsstörungen hervorzurufen sowie für Lernschwierigkeiten verantwortlich zu sein. Es sei auch die Rede von Krebs und der Möglichkeit, dass durch Strahlung Schadstoffe aus dem Blut ins Hirn transportiert werden könnten und Demenzerkrankungen früher als normalerweise auftreten. In seiner Vorsorge sei Erkrath da eben sehr viel vorsichtiger als andere Städte.

Die Mobilfunkanbieter versuchten dem Ausschuss deutlich zu machen, dass ein schlechter Mobilfunkempfang durchaus ungesunder sein könne als ein guter. Je weniger Verbindung der Mast zum Handy habe, desto mehr verstärke das Handy seine Empfangsleistung, deren Auswirkung man sofort am Kopf habe.

Besonders die Firma Mentor in Unterfeldhaus beklagt, dass vor allem Kunden in ihren Räumen nicht telefonieren können. Der Fachmann empfiehlt in diesem Zusammenhang interne Lösungen einer Basisstation, wie es sie auch in Tiefgaragen gibt, durch die man sich höhere Feldstärken ersparen könne. "Es gibt Repeater-Anlagen, die man außen an das Gebäude anbringen kann", sagt er. "Es ist doch Schwachsinn, Funkmasten außerhalb zu verstärken, um in jedem Bereich im Haus Empfang zu haben", sagte Niessen. Fürs Telefonieren liegen die bundesdeutschen Grenzwerte des Elektrosmogs bei 10 000 Milliwatt pro Quadratmeter. Es gibt Länder wie Belgien und Luxemburg, die beispielsweise viel niedrigere Werte ansetzen, nämlich 24 Milliwatt pro Quadratmeter. Ziel des Mobilfunknetzes in Erkrath ist es, auf ein Milliwatt runterzugehen, ein Wert, den es in anderen Ländern bereits gibt. Ab 10 000 Milliwatt kann man thermische Veränderungen im Körper nachweisen.

(RP)