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Markthalle Erkrath: Bürger beteiligen sich nur vereinzelt

Aktion in Erkrath : Bürger beteiligen sich nur vereinzelt

Der „Markt der Bürgerbeteiligungen“ in Erkrath fand nur wenige Zuschauer. Dafür schauten Kommunalpolitiker vorbei, die in der Nähe ihre Wahlkampf-Stände aufgebaut hatten.

Eigentlich war der „Markt der Bürgerbeteiligungen“ keine schlechte Idee. Die aus den Kontroversen der letzten Monate hervorgegangenen Initiativen zu bündeln, vorzustellen und allgemein für mehr Anhörung der Bürger auch abseits der fünfjährlichen Kommunalwahlen zu werben, war ein Beitrag zur Demokratie. Jedoch war Mitveranstalter Elmar Stertenbrink sichtbar enttäuscht, dass so wenige Zuschauer da waren.

Unter der Markthalle auf dem Bavierplatz hatten sich zum Termin neben der Hauptbühne ebenso die jungen Leute der Initiative von „Fridays for Future“ sowie die Aktiven von „Erkrath 21“ einquartiert. Auch die Ratskandidaten von BmU, Linken und Grünen, die 100 Meter entfernt vor dem Bavier Center ihre Wahlkampfstände aufgebaut hatten, schauten unter der Markthalle vorbei. Elmar Stertenbrink, der zuletzt als einer von drei Klägern gegen die Ratsentscheidung zu einem Bürgerbegehren von sich reden gemacht hatte, erinnerte daran, dass der Bürgermeister einer jeden Stadt der Bürgermeister aller Bürger sei, und nicht nur derer, die ihn gewählt hatten.

Dass Bürgermeister Christoph Schultz mit einer knappen Ratsmehrheit aus CDU und Teilen der SPD das Bürgerbegehren „Erbbaurecht für die Neanderhöhe“ für unzulässig erklärt hatte, halten die Kläger für undemokratisch, obwohl auch ein externes Rechtsgutachten zu demselben Schluss gekommen war. Der Grüne Bürgermeisterkandidat Peter Knitsch hatte damals erklärt: „Dies ist nicht in erster Linie eine rechtliche, sondern eine politische Entscheidung. Sind wir gewillt, die Bürger zu diesem Thema zu hören?“. Genau darum ging es beim „Markt der Bürgerbeteiligungen“.

Unter anderem durfte Michael Laferi seine alternativen Pläne für den Wimmersberg vorstellen. Dort hatte der schwedische Finanzinvestor Catella die Gewerbegrundstücke aufgekauft, um sie in Abstimmung mit der Stadt zu einem Wohngebiet zu entwickeln. Peer Weber von „Erkrath 21“ kämpft gegen die Kostenexplosion beim geplanten Neubau der Feuer- und Rettungswache auf dem Clever Feld. Er machte deutlich, dass der Erkrather Neubau mit virtuell 38 Millionen Euro um ein vielfaches teurer werde, als ähnliche Projekte in Nachbarstädten, was dem Standort in Hanglage geschuldet sei.