Landtagsmitglied Christian Untrieser wurde zum Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands Erkrath gewählt.

Stadtentwicklung: Neanderhöhe maßvoll bebauen

Landtagsmitglied Christian Untrieser führt jetzt auch den CDU-Stadtverband. Wofür will er sich einsetzen?

Christian Untrieser (36) ist promovierter Jurist und Rechtsanwalt. Bei den Landtagswahlen 2017 konnte er sich gegen Manfred Krick (SPD) durchsetzen und zog direkt ins Parlament ein. Jetzt ist er auch noch Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Erkrath und folgt damit auf Wolfgang Cygan, der nicht wieder antrat.

Was hat Sie bewogen, für den Vorsitz zu kandidieren?

Untrieser Ich glaube, in der heutigen Zeit ist es ganz wichtig, dass man redet und debattiert, in der Stadt und darüber hinaus. Meinungsbildung passiert vor allem in den Parteien. Da will ich mich einbringen.

Was haben Sie jetzt vor?

Untrieser Die CDU muss die Mitmach-Partei werden. Wir müssen weniger über die sozialen Medien und mehr direkt mit dem Bürger reden. Dabei müssen wir die Themen ansprechen, die den Menschen unter den Nägeln brennen, auch unangenehme Themen. Das könnte zum Beispiel durch Info- und Diskussionsveranstaltungen geschehen, zu denen wir Referenten einladen.

An welche Themen denken Sie da?

Untrieser Ich denke an Themen wie die Innere Sicherheit, vernünftige Stadtentwicklung und ausreichend Kita-Plätze für Erkrath. Wie geht es weiter mit der Digitalisierung? Auch wenn es heikel ist, sollten wir auch die Zuwanderung mal ansprechen. In zwei Jahren sind Kommunalwahlen, da sollte man weiter vorausblicken: Was macht Erkrath lebenswert?

Gutes Stichwort – was brauchen die Menschen?

Untrieser Wir haben eigentlich tolle Voraussetzungen in Erkrath. Wir liegen nah an den Ballungszentren Düsseldorf, Köln und Ruhrgebiet und trotzdem mitten im Grünen. Wenn ich in Erkrath wohne, profitiere ich auch von den Kulturangeboten in Düsseldorf und den Arbeitsplätzen. In Erkrath selbst ist es wichtig, dass mehr Kita-Plätze geschaffen und die Schulen in Ordnung gebracht werden. Nur wenn eine Stadt sicher und sauber ist, kann man sagen: Hier fühle ich mich wohl.

Wie stehen Sie zu den geplanten Neubauprojekten?

Untrieser Damit wir uns soziale und kulturelle Dinge leisten können, brauchen wir Einnahmen. Um Gewerbesteuern zu generieren, müssen wir den Unternehmen Flächen zur Verfügung stellen. Die Neanderhöhe maßvoll zu bebauen ist daher ein guter Kompromiss. Wichtig wird auch sein, neue Wohnquartiere zu schaffen, wo sich die Menschen wohlfühlen. Wenn man in Erkrath eine Wohnung sucht, ist es schwierig, etwas zu finden. Wir müssen neue Wohnungen für Senioren und junge Familien schaffen, damit die Mieten nicht weiter steigen. Aber Stadt im Grünen wollen wir natürlich auch bleiben.

Welches Thema beschäftigt Sie derzeit noch?

Untrieser Unsere Städtepartnerschaften mit West Lancashire und Cergy-Pontoise sind leider im Dornröschenschlaf. In Zeiten des Brexit und überall aufkeimendenen Nationalismus wäre es aber wichtig, den europäischen Gedanken zu stärken. Es ist mir ein Anliegen, unsere Städtefreundschaften wieder zu beleben.

Die CDU ist in den letzten Jahren nach links gerückt. Welche Werte vertritt sie noch?

Untrieser Da wir auf Bundesebene seit langer Zeit mit der SPD koalieren, kann der Eindruck entstehen. Das muss aber nicht für immer so bleiben. Gesellschaften verändern sich. Die CDU unter Helmut Kohl war auch eine andere als die unter Konrad Adenauer. Wichtig ist, dass das christliche Menschenbild bleibt. Jeder Einzelne ist wichtig und kostbar. Der Staat hat eine dienende Funktion. Aus Freiheit resultiert Verantwortung.

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