Künstler singen im Bürgerhaus Hochdahl von Krieg und Frieden

Erkrath : Künstler singen von Krieg und Frieden

Einen beeindruckenden Abend lieferte das literarische Konzert zum Thema Hoffnung rund 250 Zuhörern am Samstag im Bürgerhaus Hochdahl.

Rund 250 Zuhörer waren gekommen und erlebten im Bürgerhaus am Samstagabend einen für sei beeindruckenden Abend. „Seit gut 20 Minuten wissen sie, dass Claudia Birkheuer nicht nur Malerin und Schriftstellerin ist, sondern auch Talent als Sängerin hat”, leitete Dieter Thelen vom Freundeskreis für Flüchtlinge seine Dankesrede an die drei Künstler ein, die den Abend gestalteten.

Neben der Lokalmatadorin hatten Thelen und das Organisationsteam vom Flüchtlingskreis den palästinensich-syrischen Pianisten Aeham Ahmad eingeladen. Nach seinen spektakulären Auftritten im Flüchtlingslager im syrischen Jarmuk hat er sich inzwischen auch international einen Namen gemacht. Der Dritte im Bunde war Samer Al Najjar aus Velbert. Er trug eindringlich gelesene Geschichten von der Flucht aus Syrien vor. Dazu gehörte unter anderem sein Bericht von der friedlichen Demonstration 2011 in Homs, bei dem einer seiner Freunde verhaftet und von dessen Tod er erst sieben Jahre später erfuhr.

Das Thema des Abends, „Bild der Hoffnung – ein literarisches Konzert”, setzte das Künstler-Trio mit so viel Herzblut um, dass es zum Schluss anhaltenden Applaus gab. Auch Claudia Birkheuers großformatigem Gemälde, das sie nach einer Erzählung ihrer Mutter malte, kam eine entscheidende Bedeutung zu. Die Mutter war noch dabei, als nach dem verheerenden Bombenangriff auf Düsseldorf am 12. Juni 1944 ein Klavierspieler mitten in den Trümmern für Menschen Musik machte, die den Luftschutzkeller gerade verlassen hatten. „Viele Flüchtlinge, die das Bild in unserer Begegnungsstätte hängen sehen, glauben, es stelle Damaskus oder in Alleppo dar”, berichtete Thelen. Das Bild stehe somit für die Hoffnung, dass auch aus ihrer zerstörten Heimat wieder blühende Städte werden können.

Claudia Birkheuer überraschte danach nicht nur den Initiator dieses beeindruckenden Events, indem sie dem Freundeskreis für Flüchtlingefür das Begegnungszentgrum an den Hochdahler Arcarden das ausdrucksstarke Bild überließ. Diese großzüge Geste sorgte für Gesprächsstoff während der Pause. Außerdem konnten sie sich mit der Biografie und den CDs von Ahmad sowie den Geschichtensammlungen Nadjjars und Birkheuers als Erinnerung an diesen unvergesslichen Abend eindecken.

Den zweiten Teil begann Aeham Ahmad mit einer fulminant dargebotenen Komposition, in die er immer wieder Versatzstücke klassicher Werke einfließen ließ. Nicht nur bei „Die Gedanken sind frei” oder Beethovens zur „Europahymne” gewordenen „Ode an die Freude” forderte er das Publikum erfolgreich zum Mitsingen oder zumindest Summen auf, wenn es mangels Syrisch-Kenntnissen nicht zum Mitsingen reichte. „Es ist so faszinierend, wie er mit dem Publikum in Interaktion tritt”, zeigte sich nicht nur Sonja Thompson vom Orga-Team des Freundeskreises für Flüchtlinge beeindruckt.

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