1. NRW
  2. Städte
  3. Erkrath

Kommunalwahl 2020: Der neue Erkrather Rat hat 48 Sitze

Wegen Ausgleichsmandaten : Der neue Erkrather Rat hat 48 Sitze

Die Sitzzahl wurde von 40 auf 48 aufgestockt. Großer Verlierer der Wahl ist die SPD. Ihr Fraktionschef Detlef Ehlert hat nach über 30 Jahren erstmals in seinem Wahlkreis verloren. Die AfD konnte besonders in den Bezirken Stadtweiher und Trills-Ost punkten.

Die CDU ist nach wie vor stärkste Fraktion im Stadtrat, sie braucht aber weiterhin Hilfe von anderen Parteien, wenn sie Beschlüsse auf den Weg bringen will. Die Mehrheitsbeschaffung wird also nicht unbedingt leichter im Erkrather Stadtrat und es bleibt weiterhin möglich, dass beispielsweise Grüne, SPD und BmU gemeinsam einen Beschluss durchsetzen, wie sie es zuletzt beim großen Streitthema Soziale Stadt Sandheide gegen den Widerstand der CDU getan haben.

Wegen der Ausgleichsmandate ist die Zahl der Sitze im Stadtrat von 40 auf 48 gestiegen, das ist eine deutliche Vergrößerung des Gremiums. Bei der Ratswahl sortieren sich die Mehrheitsverhältnisse jetzt wie folgt: Die CDU erreicht 37,96 Prozent und 18 Sitze, drei mehr als in der zu Ende gehenden Wahlperiode. Die Grünen konnten auf 20,54 Prozent erhöhen und haben jetzt zehn statt wie bisher sechs Sitze.

Die SPD muss sich dagegen mit 16,13 Prozent und acht statt elf Sitzen begnügen, die BmU mit 11,93 Prozent und sechs statt sieben Sitzen. Jeweils zwei Sitze im Stadtrat nehmen künftig FDP, Linke und die erstmals im Erkrather Stadtrat vertretene AfD ein. Sie konnte vor allem in den Stimmbezirken Stadtweiher (19,95 Prozent) und Trills-Ost (11,3 Prozent) punkten.

  • Kämmerer Rainer Ritsche, unabhängiger Bürgermeisterkandidat in
    Kalkstadt im Landestrend : Wülfrath: Grüne im Aufwind, SPD auf Talfahrt
  • Die Bürgermeister-Kandidaten Dietmar Winkels (SPD, von
    Ergebnis der Kommunalwahl 2020 : Willichs Stadtrat wird größer und grüner
  • CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Stephan Keller (mit gereckten Fäusten)
    Die Partei, Volt, Tierschutz hier! : Der Düsseldorfer Stadtrat wird größer – und neue Parteien ziehen ein

Die CDU konnte sich in 18 von 20 Wahlbezirken das Direktmandat sichern. Der Wahlbezirk 0100 ging an Peter Knitsch von den Grünen und der Wahlbezirk 0170 an Bernhard Osterwind von der BmU. Die übrigen Parteien ziehen ausschließlich über die Ausgleichsmandate mit Kandidaten ihrer Reservelisten in den Rat ein. Wie die Stadtverwaltung meldet, kam es am Sonntag „für einen kurzen Zeitraum“ zur Ausgabe falscher Wahlzettel im Wahlbezirk Kattendahl. Diese Zettel seien ungültig, der Sachverhalt werde am 15. September dem Wahlausschuss vorgelegt.Bürgermeister Christoph Schultz, der mit 61,25 Prozent in seinem Amt bestätigt wurde, und die Grünen, die um gut sechs Prozent zugelegt haben, sind die Gewinner des Wahlabends. Klarer Verlierer ist die SPD, die deutlich unter 20 Prozent rutschte und von den Grünen überholt wurde – und dementsprechend betrübt ist, wie Fraktionschef Detlef Ehlert gestern aus Anfrage berichtete. Für ihn war der Wahlabend auch ein ganz persönlicher Erdrutsch, denn zum ersten Mal seit seinem Antritt im Stadtrat im Jahr 1988 hat er in seinem Wahlkreis verloren. „Das macht mit sehr zu schaffen. Ich muss überlegen, was ich jetzt damit mache“, sagte Ehlert auf die Frage, ob er persönliche Konsequenzen aus dieser Schlappe ziehen werde.

Die Verluste seiner Partei hielten sich im landesweiten Rahmen. Er sehe nicht, dass die Erkrather SPD die Wahl über ihre Themen verloren habe. Koalitionen wären derzeit aber kein Thema. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die SPD: „Wir haben kräftig verloren. Wir werden uns die Ergebnisse genau ansehen und uns darüber beraten. Wir melden uns wieder.“