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Erkrath: Kleine Pianistinnen spielen mit Hingabe

Erkrath : Kleine Pianistinnen spielen mit Hingabe

Beim Kammerkonzert der Jugendmusikschule zeigten Schüler - vor allem am Klavier -, was musikalisch in ihnen steckt.

Ein wenig im Schatten der Frühlingssonne und fast unbemerkt versammelte sich am Sonntagnachmittag eine, wohl wegen einer Parallelveranstaltung in der Stadthalle, überschaubare Gruppe von Musikliebhabern. Der Beginn des allfrühjährlichen Kammerkonzertes der Jugendmusikschule wurde mit Vorfreude erwartet. Ort dieses Kleinodtreffs bleibt stets der Pfarrsaal an der Kreuzstraße, in den nur ab und an das Rauschen vorbeibrausender Autos drang. Sonst rüttelte nichts an der konzentrierten Atmosphäre.

Den Auftakt setzten die Bambini-Pianistinnen Sarah Bott und Jessica Li. Mit großem Vertrauen in das eigene Können zauberten sie vierhändig den lebhaften Schwung eines israelischen Tanzes in den schlichten Raum. Sarahs Schwester Rahel Bott spielte das durch die verfilmten Vampirlegenden "Twilight" bekannt gewordene Stück Neoromantik "River flows in you", das sie nicht bloß technisch beherrschte, sondern auch mit der notwendigen Hingabe interpretierte.

Den Reigen der Klavierspieler erweiterte Nikolaus Rhein aus der Klasse von Nastenka Kruschel durch die Eigenheiten des unnachlässigen und durchdringenden Celloklangs, der mit der Wahl eines Vivaldi-Konzerts voll zur Geltung kam. Zum direkten Vergleich mit einem Radioohrwurm trat dann am Flügel Timo Wache an. Das Stück "Lieder" von Adel Tawil wird eigentlich stark vom Text getragen. Timo verzichtete auf die gesungenen Wortschachtelungen und zeigte lieber die Fugenhaftigheit dieser unendlichen Melodie auf. Noch rasanter ging es bei Sophie Zechs folgendem Tastenflitzer zu. Sie holte mit Burgmüllers "Tarantella" einen versteckten Diamanten der Musikhistorie ans Licht, der ihr gut anstand.

Die aufregendsten Minuten gestaltete ein starkes Duo, bestehend aus der Klavierlehrerin Nina Hildebrand und Roman Lux. So wie Beethoven es sich wohl gewünscht hätte, gingen die beiden in der Darbietung seiner "Frühlingssonate" gänzlich auf. Für Roman bedeutete der letzte verklingende Ton gleichzeitig ein sentimentales Abschiednehmen. 13 Jahre lang war er Jugendmusikschüler seines Violinlehrers Stephan Gerhardt gewesen. In dieser Zeit strich er sich zu zahlreichen Gelegenheiten, etwa beim Hochdahler Gymnasialorchester oder Jugend musiziert-Wettbewerb, ins Bewusstsein der hiesigen Musikszene. Nun beginnt für ihn die Zeit des Studiums. Es bleibt zu hoffen, dass er bald auf die Erkrather Bühnen zurückkehren wird. Gerhardt erinnert an das frühe Bekenntnis Romans zu seinem Instrument und zitierte ihn: "Musik ist Leidenschaft."

Mit einem facettenreichen Dixie-Swing erdete die aus Johannes Blenke, Torsten Lehmen, Sabine Bender und Henning Horlitz zusammengesetzte Saxophongruppe ins Leben zurück.

(lard)