Kirche feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Heilig Geist in Hochdahl : Kirche feiert ihr 50-jähriges Bestehen

1969 wurde der Grundstein für Heilig Geist in Hochdahl gelegt. Ein Jubiläumsgottesdienst erinnerte daran.

Obgleich diese Kirche auf Heidesand gebaut ist, steht Heilig Geist nun ein halbes Jahrhundert wie eine feste Burg. Der Grundstein – gut sichtbar in Nähe des Altars eingebracht – trägt in sich die Gründungsurkunde, auf der erinnert wird, dass sich im Ursprungsjahr 1969 auch die Erstbegehung des Mondes ereignet hat. Auf diesem Stein, der nach dem überbrachten Erscheinung der beiden Bundestafeln gestaltet ist, steht als genaues Datum der 7. Dezember, welcher damals auf den zweiten Advent fiel.

Das 50-jährige Bestehen der Katholischen Kirche Heilig Geist in Hochdahl wurde nun an einem Samstagabend mit einem meditativen Gottesdienst gefeiert. Der geduldige Charakter der Steine gaben Pfarrer Christoph Biskupek Anregung zu einer eindringlichen Predigt: „Was wir bauen, ist endlich und vorläufig und doch notwendig."

Selbst ein Bethaus aus Beton habe keinen Ewigkeitsanspruch, sondern diene einem praktischen Zweck: „Am Ende ist es Gott, dem wir ein Gebäude zur Verfügung stellen, damit eine Gemeinde wächst, sich entfaltet und fruchtbar ist." Entscheidend dazu sei nicht die Tat, sondern der Glaube, wie Biskupek mahnend ausrief: „Wenn wir nicht daran glauben, dass der Stein am Grab Jesu Christi und der Stein am Grab unserer Kirche weg gewälzt ist, dann werden wir mit dem Kopf in der Wand stecken bleiben und werden auch noch das kaputt machen, was noch da ist." Deshalb schloss Biskupek seine Gedanken mit einer Bitte an den Herr: „Lasse uns lebendige Bausteine Deiner Kirche sein."

Ehrengast des feierlichen Festes war der unvergleichliche Tastenkünstler Lubomyr Melnyk. Er ist der am schnellsten spielende Pianist der Geschichte und kann mehr als 19 Töne in einer Sekunde anschlagen. Doch nicht zaubertrickhafte Kunststücke machen den Wesenskern seines Schaffens aus. Vielmehr hat der Pianoprophet die Spieltechnik der kontinuierlichen Musik entwickelt. Dank schwingender Klangbilder baut er eine spirituelle Atmosphäre auf, die Tore zur göttlichen Wirksamkeit öffnet. Besonders beeindruckt es, wenn aus den aufwellenden Sequenzen einzelne Anschläge gleich einem Glockenspiel hinter einem Wasserfall auszumachen sind.

Zum wiederholten Male besuchte der weltreisende Musiker die Franziskusgemeinde. Biskupek hatte an seiner vormaligen Wirkungsstätte in St. Aposteln zu Köln immer wieder neue sakrale Musik gefördert und dabei Melnyk kennengelernt. Bei früheren Besuchen in Hochdahl hatte Melnyk auch schon mal frei auf dem blauen Gemeindeklavier improvisiert.

Diesmal hatte er sieben zur Liturgie passende Eigenkompositionen ausgesucht. „Ein Glaubensbekenntnis in Klaviertönen" nannte Biskupek die würderechte Ausdruckskraft des gebürtigen Münchners. Den Zwischenstopp in Heilig Geist legte Melnyk auf seinem Weg zu Auftrittsterminen in der Ukraine ein. Unmittelbar zuvor war er per Flug aus Kanada angekommen. Nach der Messe tauschte sich der Musikmeister noch intensiv mit vielen bewegten Hörern aus. Auf die Anmerkung, dass er doch durch die Atlantiküberquerung sehr müde seien müsse, entgegnete Melnyk: „Nein, müde bin ich nicht. Diese Musik ist sehr energetisch."