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Kinderfeuerwehr: Mehr Bewerber als Plätze

Land und Förderverein spendieren neuen Transporter : Kinderfeuerwehr Erkrath: Mehr Bewerber als Plätze

Sie ist für die nächsten Jahre eigentlich schon ausgebucht, berichtet Leiterin Martina Schlebusch. Land und Förderverein haben jetzt einen Transporter spendiert.

Rote Autos gehen immer, vor allem bei Kindern, sagt Martina Schlebusch. Für die mit 36 Einsatzjahren dienstälteste Feuerwehrfrau im Regierungsbezirk ist das einer der Gründe, warum es für die 2018 gegründete Erkrather Kinderfeuerwehr eine ziemlich lange Warteliste gibt und das Interesse von Kindern und Eltern riesig ist.

Die Liste sei allerdings auch deswegen lang, weil es in der Feuerwache Schimmelbuschstraße nur einen sehr begrenzten Platz gebe. Mehr als 16 Kinder könnten dort nicht unterwegs sein. Denn erstens sind Ehrenamtliche, die solche Aufgaben übernehmen und die Vorbereitung für die Treffen leisten können, rar. Und zweitens entdeckten und erlebten die Kinder die Wache bei laufendem Betrieb und müssten daher intensiv betreut, beschäftigt, beobachtet und zusammengehalten werden, damit sie selbst in Sicherheit sind und die Fahrzeuge allzeit ungehindert ausrücken können, berichtet Martina Schlebusch.

Ein verantwortungsvolle Aufgabe, die neben Martina Schlebusch zwei Erzieherinnen erledigen, im Normalbetrieb mittwochs von 16.30 bis 18 Uhr. Derzeit liegen die Aktivitäten der gemischten Truppe – es wird darauf geachtet, dass Jungs und Mädels gleichermaßen vertreten sind – allerdings auf Eis, weil für die Feuerwache sehr strenge Corona-Bestimmungen gelten. Außer den gerade Diensthabenden sind dort derzeit keine Besucher erlaubt, denn der Betrieb darf auf keinen Fall gefährdet werden.

Es wird also noch eine Weile dauern, bis der neue Transporter, den das Land NRW (80 Prozent) und der Förderverein auch für die Jugendarbeit der Feuerwehr spendiert haben, zum ersten Mal mit Kindersitzen auf Tour geht. In dem Fahrzeug, das im Einsatzdienst der Freiwilligen Feuerwehr steht, gibt es neun Plätze, die mit solchen Sitzen ausgestattet werden können.

Damit soll es demnächst losgehen, wenn die Sechs- bis Neunjährigen (ab zehn Jahre geht es in die Jugendfeuerwehr) ausrücken, um zum Beispiel einen nahe gelegenen Bauernhof oder den Bürgermeister zu besuchen. Den größten Teil ihrer Zeit verbringen sie allerdings auf der Wache, wo sie das Absetzen eines Notrufs, Erste Hilfe, den Umgang mit Streichhölzern und offenem Feuer lernen, mit dem Schlauch Wasserspiele veranstalten, ein wenig Sport treiben, Atemschutzgeräte basteln, Filme anschauen oder auch mal Plätzchen für die Weihnachtsfeier der Wache backen.

So soll eine Bindung zur Feuerwehr aufgebaut und der Weg in die Nachfolge-Abteilung Jugendfeuerwehr gebahnt werden. Leiterin Martina Schlebusch, die in Trills geboren und aufgewachsen ist, trat übrigens mit 20 Jahren gemeinsam mit einer Freundin in die Freiwillige Feuerwehr ein. „Das war damals bei uns gang und gäbe: Man ging entweder in den Schützenverein oder zur Feuerwehr“, erzählt die Unterbrandmeisterin.

Sie zählt zu den Pionierinnen der Erkrather Feuerwehr: Als sie eintrat, gab es bei der Feuerwehr lediglich eine Frau in Unterbach. Heute ist Erkrath stolz darauf, mit die meisten Feuerwehrfrauen im Kreis Mettmann zu haben.