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Keine Landesförderung für Bürgerhaus-Sanierung  in Erkrath-Hochdahl

Schlechte Nachricht für Hochdahl : Keine Förderung für Bürgerhaus-Sanierung

Wegen Planungsfehlern kann die Stadt den Zeitplan nicht halten, eine Verlängerung ist ausgeschlossen. Jetzt wird nach Alternativen gesucht.

Als Projektleiter Dirk Baumeister Anfang Februar im Bauausschuss unter „Mitteilungen der Verwaltung“ berichtete, dass der für die Landesförderung verbindliche Zeitplan für die energetische Sanierung des Hochdahler Bürgerhauses nicht gehalten werden könne, reagierte Erkraths Politik entsetzt: Dies sei ein Hammer und keine Kleinigkeit, die man ohne schriftliche Vorlage unter „Mitteilungen der Verwaltung“ mal eben durchschleusen könne, hieß es damals. 

Hintergrund: Durch das Großprojekt „Energetische Teilsanierung“ soll das Bürgerhaus, so der Plan der CDU, Erkraths Vorzeigeobjekt in Sachen Energieeffizienz und ein Zentrum für Klimakultur werden. Die geschätzten Kosten dafür lagen 2018 bei 8,15 Millionen Euro. Das Land NRW stellte damals eine Förderung von 80 Prozent in Aussicht. Diese Förderung ist jetzt aber geplatzt, weil die Stadt, offenbar durch Planungsfehler, in Zeitverzug geraten ist und – wie ein Gespräch mit der Bezirksregierung ergeben hat – eine Verlängerung aufgrund der Bindung von EU-Mitteln ausgeschlossen ist.

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In einem Zwischenbericht der Verwaltung, der dem Bauausschuss am Dienstag, 27. April, vorgelegt wird, heißt es daher, die Umsetzung der energetischen Sanierung des Bürgerhauses werde „bis zum Abschluss einer Prüfung auf andere Fördermöglichkeiten“ zurückgestellt. Was die Stadt nun versuchen will ist, die Sanierung in das NRW-Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“, Fortschreibung des Handlungskonzepts „Sandheide“, zu integrieren. Ein Abstimmungstermin mit dem zuständigen NRW-Ministerium sei für Ende April anberaumt worden, heißt es aus dem Rathaus.

Um das Bürgerhaus in einen Klima-Primus zu verwandeln, müssten Lüftung, Heizung und Dach saniert sowie Türen und Fenster ausgetauscht werden. Bei der Grundlagenermittlung habe die Stadt aber feststellen müssen, dass sich „zahlreiche Annahmen zur Projektanmeldung nicht bestätigen ließen“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Eine Thermografie-Untersuchung der Außenhülle, die erst im Winter bei niedrigen Außentemperaturen habe erfolgen können, hätte „unerwartete Schwachstellen“ des Gebäudes offenbart.

Mit der Konsequenz, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht zu halten sei und die Kosten „deutlich über den Schätzungen zur Projektanmeldung“ liegen. Konkret: Die Kosten würden die Schätzung um rund 50 Prozent überschreiten und die erforderliche Zeit zur Umsetzung bis voraussichtlich Juli 2024 verlängern. Darüber hinaus sind zwischenzeitlich die – zunächst offenbar nicht über die Sanierungspläne informierten –Architekten, die das Bürgerhaus entworfen und dafür eine Auszeichnung erhalten haben, hellhörig geworden und haben ihr Urheberrecht geltend gemacht. Und auch der Landschaftsverband Rheinland habe eine, wie die Stadt erklärt, „nicht erwartbare Begutachtung“ des Gebäudes vorgenommen und als Ergebnis dessen Denkmalwert festgestellt. Dicker hätte es für die Stadt kaum kommen können.