In Erkrath gibt es ein beispielhaftes Projekt

Erkrath: Jugendcafé „Cube“ hat viele Fans

Es verwundert daher nicht, dass es viel Unterstützung für die Einrichtung in der Sandheide gibt, tatkräftige und finanzielle. Zuletzt hat eine Erkrather Firma einen fünfstelligen Betrag springen lassen.

Der Verein „füreinander“ betreibt ein Kinder- und Jugendzentrum im Hochdahler Ortsteil Sandheide. Dort, wo besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, hilft der Verein, den interkulturellen Austausch zu fördern und Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Das erfordert viel Einsatz von den ehrenamtlichen Mitarbeitern, aber es kostet auch Geld. Die Logistik-IT-Firma TimoCom aus Hochdahl hat nun 20.000 Euro an „füreinander“ gespendet. Jetzt war Scheckübergabe.

„Wir möchten damit etwas zurückgeben und danken“, sagte Unternehmenssprecher Gunnar Gburek. Bei TimoCom arbeiten Kollegen aus 34 verschiedenen Nationen. „Das empfinden wir als Bereicherung, aber ein gutes Miteinander funktioniert nur mit Kommunikation“, so Gburek. Soziales Engagement sei ein großes Anliegen der Inhaberfamilie Thiermann, deshalb unterstütze man viele Vereine in Erkrath. Im Falle von „füreinander“ werde das Soziale mit dem Nützlichen verbunden, weil im „Cube“ quasi Nachwuchsförderung betrieben werde.

In dem Jugendtreff am Sandheider Markt können Jugendliche ab 13 Jahre nicht nur Gleichgesinnte treffen und Sozialkompetenz lernen, sondern die ehrenamtlichen Betreuer helfen auch bei Problemen in allen Lebenslagen bis hin zu Fragen zu beruflichen Perspektiven. „Wir sehen das Potenzial der Jugendlichen, die oft unter schwierigen Umständen aufwachsen“, sagt „füreinander“-Vorsitzender Marc Stosberg.

Da der Cube erst im Oktober 2016 eröffnet wurde, ist es noch zu früh, um erwarten zu können, dass aus den Jugendlichen schon Firmen-Mitarbeiter geworden sind. Doch der Verein „füreinander“ pflegt darüber hinaus noch weitere Kontakte zur Wirtschaft, die über das rein Finanzielle hinausgehen. „Wir sind im regelmäßigen Austausch“, versichert Vereinssprecher Wolfram Rhein. Alle hätten ein Interesse daran, dass Jugendliche auch mithilfe des Cube ihre Lebensperspektiven klarer zeichnen.

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Ein paar habe man schon in Ausbildungen vermitteln können, etwa in Arztpraxen oder in die Uniklinik Düsseldorf. Geplant sei außerdem, jedem Jugendlichen einen Mentor zur Seite zu stellen, der ihm oder ihr bei der Berufsfindung hilft.

Die Spende von 20.000 Euro ist ausschließlich für den Betrieb des Jugendzentrums vorgesehen. Der Raum, der früher einmal ein Friseursalon war, ist komplett saniert und beim „Aktionstag der Wirtschaft“ 2016 zu einem gemütlichen Lokal mit Tischen und Stühlen, einer Ruhetribühne, gediegenem Wandschmuck und einer Bar ausgebaut worden. TimoCom hatte mit einigen Mitarbeitern beim Zimmern der Möbel geholfen. „Das war eine kreative Aktion, die zur Teambildung beigetragen hat“, erinnert sich Gunnar Gburek. Seitdem besteht die enge Beziehung zwischen der Firma und „füreinander“.

Die ursprüngliche Idee zum Cube hatte der Verein selbst. Sie wurde bei einem Runden Tisch zusammen mit der Stadt Erkrath und dem Wirtschaftskreis ausgearbeitet. „Wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass da etwas ist und jemand, der an ihre Möglichkeiten glaubt“, so Gburek.