Hochdahler Posaunenchor feiert die „Frohe Kunde“

Konzert : Posaunenchor überbringt „Frohe Kunde“

Die Blechbläser des CVJM in Hochdahl ließen bei der Uraufführung des Stücks von Chorleiter Jan Andrees keine Wünsche offen.

Jan Andrees ist ein Glücksfall. Auf der großen Bühne komponiert, arrangiert und produziert er Musik für Film und Fernsehen. Auf der etwas kleineren Bühne dirigiert er den Hochdahler CVJM-Posauenchor. Am Samstag präsentierte er im Paul-Schneider-Haus in Millrath zusammen mit den CVJM-Bläsern eine Welturaufführung.

„Frohe Kunde“ heißt das Stück, das er komponierte und für den Hochdahler Bläserchor arrangiert hat. „Mach doch mal was für uns“, war die Bitte. Andrees nahm die Herausforderung an. Und seine Bedingung: „Wenn schon, dann muss es auch für Euch eine Herausforderung sein“. Das Ergebnis: Alle gingen mit Begeisterung an die harte Arbeit. Als die Komposition vorlag staunten die Bläser nicht schlecht. Der gewohnt vierstimmige Chorsatz konnte vergessen werden. Zehn und zuweilen sogar elf Stimmen sah das Werk vor.

Das hieß für die Laienspieler des CVJM: Manche Stimme musste ganz allein gespielt werden. Und als dann am Ende des Konzerts in Millrath Spieler zufrieden waren und das Publikum begeistert applaudierte, strahlte und freute sich Jan Andrees am meisten. Und er bedankte sich stolz und erleichtert bei den Bläsern.

Kai Hermann, Posaunist im Chor, hatte zuvor seine Interpretation des Stücks „Frohe Kunde“ vorgetragen. „Ich hatte keine Ahnung, was er sagen würde“, gestand Jan Andrees hinterher. Für das Publikum aber waren diese Worte „Fantasie-Beflügler“: Ein Dorf im Winter – die Menschen bereiten sich (auch musikalisch) auf Weihnachten vor. Die frohe Botschaft wird von Haus zu Haus weitergetragen. Die Menschen hören es, nehmen es zu Herzen und jubeln.

Die Komposition: Jan Andrees verwendet Bruchteile uralter Weihnachtslieder und dazwischen erklingt seine gewaltige Komposition, mal majestätisch, mal ruhig. Der routinierte Komponist baut langsam auf und wird dramaturgisch kraftvoll. Es war ein Erlebnis – nicht zuletzt durch die Interpretation von Kai Hermann.

Und der CVJM-Posaunenchor profitiert noch von einem weiteren Glücksfall. Sabine Osthege ist CVJM-Vorsitzende, Kümmerin und nicht zuletzt Jugend-Förderin. Alle zwei Jahre wird eine Blechbläserwerkstatt durchgeführt, 2019 zum dritten Mal in Folge. Das heißt: Menschen aller Altersklassen – Kinder und Erwachsene – ohne jegliche Bläsererfahrung sind eingeladen, einmal im Monat zu proben. Die Instrumente können zur Verfügung gestellt werden. Als Ergebnis dürfen dann auch die Anfänger bei Konzerten mitmachen – die Routiniers im Hintergrund, die Anfänger vorne.

Auch bei der Komposition von Jan Andrees war das so. Das Erfolgserlebnis für die Anfänger ist riesig. Leon Distler (12) spielt seit drei Jahren Trompete. Seine Eltern Jutta und Andreas sitzen im Publikum und fiebern mit. Bei einer Welturaufführung mitgewirkt zu haben, passiert ja auch nicht alle Tage – wenn man selbst auch noch kein Solist ist.

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