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Erkrath: Herzkissen helfen Krebspatientinnen

Erkrath : Herzkissen helfen Krebspatientinnen

Um Frauen mit Brustkrebs die Zeit nach der OP zu erleichtern, wird derzeit im Parea-Café emsig genäht. Die Kissen mildern Druck, der durch Drainagen entstehen kann. Von Gundel Seibel

Wenn in einem gemeinnützigen Kreativ-Café gewerkelt wird, dann handelt es sich fast immer um eine Aktion für das Gemeinwohl. So geschieht es derzeit im Donnerstags-Treff der Parea, einem gemeinnützigen Dienstleister an der Hochdahler Schliemannstraße. Zu Gast ist die Parea beim Immobilien-Unternehmen Sahle-Wohnen, das allein in Erkrath 470 Wohnungen unterhält.

Im Café werden Herzkissen für operierte Brustkrebspatientinnen der Sana-Klinik in Gerresheim genäht. "Die Patientinnen müssen nach ihrer Operation eine unangenehme Drainage in ihrer Achselhöhle aushalten", weiß Gisela Laab, die ehrenamtliche Organisatorin des Kreativ-Cafés. Die Idee zu dieser Näh-Aktion stammt von ihr. Und sie fährt fort: "Die Herzkissen können die Patientinnen unter ihren Arm klemmen, um den unangenehmen Druck zu vermindern."

Und für den Transport der OP-Drainagen erhalten die Patientinnen dann noch hübsche bunte Täschchen, die auch von den Kreativ-Café-Aktiven genäht wurden.

Im März 2017 hat die Aktion begonnen und im März 2018 sollen sie übergeben werden. Die Näherinnen haben sich für den Übergabetermin im Gerresheimer Krankenhaus verabredet. Es wird zugeschnitten, an der Maschine oder per Hand genäht und gebügelt. Die Frauen - und ein Mann - sind eifrig bei der Sache. Man kennt sich, zum Teil seit Jahrzehnten.

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"Die Nähmaschinen sind auch von Sahle-Wohnen zur Verfügung gestellt worden", sagt Simone Böhnisch, die aus der Zentrale in Greven angereist ist, um die Kissen-Aktion zu unterstützen. Ihr Unternehmen habe sich das Credo "Zufrieden Wohnen" auf die Fahnen geschrieben. Dazu berichten Ellen Radloff und Rita Schubert, regelmäßige Besucherinnen des Kreativ-Cafés, dass sie außerdem in ihrem Sahle-Treffpunkt Sport treiben, regelmäßig gemeinsam frühstücken oder Bingo spielen. "Seid ihr beim Betreuten Wohnen untergebracht?" sind sie dann auch schon neugierig gefragt worden.

"Das tollste an unserer Wohnung ist der Fernblick, vor allem an Silvester", sagt Rita Schubert, die vor drei Jahren von Düsseldorf nach Hochdahl gezogen ist. Nie habe sie den Umzug bereut. Aber nicht nur die älteren Hausbewohner treffen sich im Café. Auch die Freundinnen Julia und Amina (beide 9) kommen regelmäßig, um zu nähen. Das Ergebnis: Sie können die Nähmaschine schon selbständig bedienen. Und sie sind mächtig stolz darauf. Auch die siebenjährige Celina ist mit Feuereifer bei der Sache.

Eva-Maria Büttner, ebenfalls ehrenamtlich tätige Bewohnerin und Mitglied im Kreativ-Café, bietet inzwischen sogar einen Ballett-Kursus für die Kleinsten an. Von der Pike auf hat Büttner das Tanzen gelernt. Und sie freut sich, ihre Kenntnisse an die Kinder weitergeben zu können.

(gund)