Heimische Künstler stellen bei der "LokArt" im Lokschuppen aus

24. Auflage: Die „LokArt“ lockt mit Vielfalt

Zu sehen sind 50 Arbeiten von heimischen Kunstschaffenden im historischen Lokschuppen. Zum Auftakt wurden auch zwei Preise vergeben.

Noch als Erster Beigeordneter der Stadt Erkrath hatte Landrat Thomas Hendele die mittlerweile traditionelle Kunstausstellung der Erkrather Künstler im Jahre 1995 aus der Taufe gehoben. Damals hieß sie noch „ErkArt“, aber nach dem Umzug in den Lokschuppen ergab sich die „LokArt“, die jetzt wieder mit vielen Gästen eröffnet wurde.

Und wiederum war eine bewunderungswürdige Vielfalt von rund 50 Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Malerei, Keramik, Grafikdruck und Zeichnung zu betrachten, die eine mit Künstlern und Galeristen besetzte Jury ausgewählt hatte. So freute sich Thomas Hendele, diese 24. „LokArt“-Ausstellung eröffnen zu können und hob deren Qualität hervor.

Beim Rundgang fielen einige Kunstwerke besonders ins Auge: Der „Querdenker“ von Katy Schnee, einer umtriebigen Künstlerin im Neanderland, beeindruckte: Alles war kantig, spitz. Nicht so liebenswürdig wie Feininger, eben Querdenker. Auch der fragende, gar verstörte Gesichtsausdruck des Bildes „Indirekte Rede“ von Kasem Al Nabisi, der aus Syrien geflüchtet ist, nahm gefangen. Flucht, Trennung von der Familie konnte man in den beiden Gesichtern lesen. Nunmehr wieder vereint in Erkrath, gelingt auch das Malen wieder.

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Das Bild von V. M. Schwarzmann – Banduhn, die Skyline auf Magma – erzählte von der Unsicherheit, in der wir leben. Es brodelt gewaltig um uns herum, und das drückt ihr großformatiges Bild auch aus. Die ausdrucksstarken Werke von Irmgard Hamacher, Dozentin für Malerei und Leiterin der privaten Malschule HAI in Erkrath, zeugen von hoher Qualität. „Die Badenden“, eine thematische Anleihe bei Cézanne, sprang ins Auge. Sabine Clemens’ „Naturpool“ ließ den Betrachter ins ferne Island reisen: Die wabernde Erde, die glucksende Erdoberfläche, ein echtes Schauspiel.

Die Ausstellung wurde von den Jazz Boys aus Velbert musikalisch aufgepeppt. Es gab zwei Preise zu gewinnen, den der Jury und den des Publikums. Den Preis der Jury erhielt Birgit Lemm, deren mehrfache Begabung sich aus ihrem Lebenslauf ergibt: Studium für Mathematik und Pädagogik, Kunststudium an der Uni Wuppertal. Ihre Porträts eines jungen Mexikaners, Flyer, die sie von Laternenpfählen in Mexiko abgenommen hatte und die durch Umwelteinflüsse total verändert waren und von ihr bearbeitet wurden – ein und dasselbe Gesicht und doch immer wieder anders. Eine sehr ausdrucksstarke Arbeit.

Der Publikumspreis ging an Irina Motovilova aus Russland, die in ihrer Heimat ein Kunstkolleg absolviert hat. Ihre Zeichnungen mit Feinliner und schwarzer Tusche – zarte Frauengestalten, Tänzerinnen, Musen – waren voller Leben und Bewegung. Einziger Wermutstropfen: Die schöne Ausstellung ist immer recht kurz, nur über ein verlängertes Wochenende zu sehen.

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