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Erkrath: Handy-Raub in Hochdahl - Die Serie geht weiter

Erkrath : Handy-Raub in Hochdahl - Die Serie geht weiter

In Diskussionsforen wird Kritik an der Polizei geäußert. Man solle den Tätern eine Falle stellen.

Es war eine düstere Drohung: "Wenn Du das Handy nicht rausgibst, schlagen wir dich zusammen". Ein 20-jähriger Erkrather, der am vergangenen Samstagmorgen gegen 6 Uhr in Trills auf der Schulgasse unterwegs war, überlegte nicht lange, als er auf einmal zwei unbekannten jungen Männern gegenüberstand. Er gab ihnen sein Smartphone und sein Portemonnaie mit darin enthaltenem Bargeld. Beschreibung: beide Täter etwa 1,80 Meter groß, 18-25 Jahre alt, beide trugen einen dunklen Drei-Tage-Bart und sprachen deutsch mit südeuropäischem Akzent. Die Täter entfernten sich in Richtung Hochdahler Markt. Damit setzt sich die Serie der Überfälle (die RP berichtete) auf junge Männer, bei denen vor allem Handys gestohlen werden, unvermindert fort. In Internet-Diskussionsforen schlägt das Thema bereits hohe Wellen. Einige Bürger fordern, dass man nur noch mit Pfefferspray bewaffnet vor der Tür gehen sollte. Andere bemühen Paragrafen, um das Recht auf Selbstverteidigung zu untermauern. In vielen Kommentaren wird aber auch die Arbeit der Polizei kritisch beleuchtet. Die Beamten sollten in Hochdahl nicht bei "Kaffee und Kuchen auf der Wache sitzen", sondern endlich die Täter verhaften, oder ihnen eine Falle stellen.

"Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Polizei-Sprecherin Claudia Partha. Selbstverständlich seien die Beamten der Hochdahler Wache mit ihren Wagen zu Streifenfahrten unterwegs. Wie viele Streifenwagen im Einsatz sind und wie viele Beamte im Einsatz sind - dazu sagt die Polizei grundsätzlich nichts. Im Fall der Hochdahler Handy-Diebe werden dem Vernehmen nach aber auch Beamte in Zivil eingesetzt. Auffällig: Die meisten bislang bekannt gewordenen Überfälle, bei denen Jugendliche zum Teil sogar geschlagen oder ihnen ein Messer an den Hals gehalten wurde, geschahen in Hochdahl. Meist wurden Jugendliche oder junge Männer überfallen, die allein zu Fuß auf dem Weg nach Hause waren.

Sehr unterschiedlich und teilweise deutlich voneinander abweichend sind allerdings die Täterbeschreibungen, die die Überfallenen der Polizei geben. Mal haben die Täter ein auffälliges Tattoo, mal wird lediglich eine ungefähre Altersangabe und eine zur ungefähren Größe gemacht. Vermutung: Es kann sich nicht immer um die gleichen Täter handeln. Möglicherweise fühlt sich der ein oder andere Täter durch die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit zu Nachahmungstaten berufen. Die Polizei warnt davor, sich mit Pfeffersprays oder Gaspistolen zur Wehr zu setzen. Das könne von Tätern gegen das Opfer eingesetzt werden.

Sachdienliche Hinweise bitte an die Beamten der Wache Erkrath unter der Telefonnumer 02104 9480-6450.

(RP)