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Grüne und BmU streiten um Parkplätze für das Pose-Marré-Gelände in Alt-Erkrath

Neue Mitte : Grüne und BmU streiten um Parkplätze

Um das Gelände von Pose-Marré in Alt-Erkrath weiter zu entwickeln, ist eine Änderung des Stellplatz-Schlüssels nötig.

Das ehemalige Industriegelände von Pose-Marré nahe der Stadthalle in Alt-Erkrath sollte eigentlich in ein neues Wohngebiet umgewandelt werden. Doch seit vor zehn Jahren der Bebauungsplan verabschiedet wurde, ist nicht viel passiert. Das liege insbesondere an der starren Stellplatz-Regelung, erklärt die Stadtverwaltung in einer Vorlage. Diese soll nun durch einen Änderungsbeschluss für den Bebauungsplan flexibler werden. Denn dass die „Neue Mitte Erkrath“ möglichst bald entwickelt werden soll, darüber sind sich alle einig.

Uneinig sind sich die Ratsfraktionen dagegen bei der Beurteilung des Autoverkehrs. CDU und BmU fordern ausreichend Parkplätze für alle, die Grünen und Teile der SPD wären dagegen mit einer Verknappung der Stellplätze einverstanden, um Autofahren unattraktiver zu machen und die „Mobilität der Zukunft“ voranzutreiben. Der ursprünglichen Satzung nach sind pro Wohneinheit 1,5 Stellplätze einzurichten, und zwar unabhängig von der Größe der Wohnung. Da dies bei vielen kleineren Wohnungen zu einem irrsinnigen Flächenverbrauch für Parkplätze führen würde, wird durch die Regelung der Bau von wenigen großen Wohnungen bevorzugt. Doch in den letzten zehn Jahren haben sich die Rahmenbedingungen geändert: Mieten steigen, Wohnraum ist knapp geworden und insbesondere für untere und mittlere Einkommen sowie für Leistungsempfänger müssen dringend neue Wohnungen gebaut werden.

Der Träger für die „Neue Mitte“ wünscht sich daher eine Flexibilisierung des Stellplatz-Schlüssels für das Plangebiet, da dies auch eine bessere Durchmischung von kleinen und größeren Wohnungen erlauben würde. Die Verwaltung unterstützt das und schlägt dem Rat einen Schlüssel von einem Stellplatz pro 100 Quadratmetern Wohnfläche vor. Das heißt zum Beispiel, dass für 20 Wohnungen mit insgesamt 1500 Quadratmetern Fläche 15 Parkplätze gebraucht werden. Als die Änderung im Planungsausschuss beschlossen werden sollte, kam es jedoch zum Streit.

„Das erscheint mir sehr restriktiv“, sagte Winfried Schmidt (CDU) und forderte einen Stellplatz pro Wohneinheit. Thomas Spiritus (BmU) stimmte dem zu und auch Rolf Steuber (FDP) war sich sicher: „Es werden Stellplätze fehlen“. Die Grünen hielten dagegen. Die Satzungsänderung blockieren hieße, die „Neue Mitte“ auszubremsen. Man hätte hier die Chance, neuen Wohnraum durch „Innenverdichtung“, also ohne neue Flächenversiegelung, zu schaffen. Peter Knitsch räumte ein, dass es ihm auch um eine „Erziehung“ des Bürgers gehe: „Für den Klimaschutz muss Autofahren unattraktiver werden“. Dem stimmte Uli Schimschock (SPD) zu: „Car-Sharing ist der Weg der Zukunft“.„Fakt ist,“ hielt Winfried Schmidt dagegen, „dass eine Umerziehung niemals funktioniert“. Die neuen Mieter würden dann entweder auf dem Gerberplatz parken oder von vornherein einen Bogen um die „Neue Mitte“ machen. Die CDU hat noch Beratungsbedarf, entschieden wird am 11. Dezember im Stadtrat.