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Erkrath: Grüne gegen achtspurigen Ausbau der A3

Erkrath : Grüne gegen achtspurigen Ausbau der A3

Mit einer Resolution des Rates wollen die Grünen in Erkrath die Pläne des Landes stoppen und die Bürger schützen.

Das Bundesverkehrsministerium plant den achtstreifigen Ausbau der A 3 im Bereich Kreuz Hilden und Breitscheider Kreuz. Auch wenn die Realisierung laut Ingrid Scholtz, Pressesprecherin von Straßen NRW, noch zehn bis 15 Jahre dauern würde, sprechen sich die Grünen im Rat der Stadt Erkrath schon heute klar dagegen aus. Eine Resolution, die sich mit Nachdruck gegen den achtstreifigen Ausbau der A3 entlang des Erkrather Stadtgebiets richtet, soll die Bürger vor Lärm und Verlust von Grünflächen in ihrem näheren Umfeld schützen. Verabschiedet werden soll sie in der nächsten Ratssitzung am 25. März.

"Das Vorhaben des Autobahnausbaus ist mit den Entwicklungszielen der Stadt Erkrath als attraktives Wohnumfeld für junge Familien mit hoher Lebensqualität und Grünflächen zur Naherholung nicht in Einklang zu bringen", erklären die Grünen in der Begründung. Der vorgeschlagene achtstreifige Ausbau entspreche nahezu einem kompletten Neubau der Autobahn, insbesondere in Hinblick auf die Traglast der Neandertalbrücke. "Dieser Ausbau beansprucht nicht nur weitere Versiegelungsflächen, sondern zieht auch eine zu erwartende Zunahme von Lärmemissionen nach sich", warnen die Grünen.

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die angrenzenden Anwohner durch die zu erwartende Zunahme des Verkehrsaufkommens seien nicht zu verantworten. Bereits heute seien zahlreiche Erkrather vom Verkehrsaufkommen auf der A3 und A46 sowie der stark befahrenden innerörtlichen Gemeindestraßen betroffen, wie die Lärmschwerpunkte in den Lärmminderungsplänen für Erkrath gezeigt haben. "Lärm macht unbestritten krank und ist eines unserer größten Umweltprobleme", betonen die Grünen. Mit dem Ausbau der A3 gehe ein steigendes Verkehrsaufkommen einher, das eine Zunahme von Lärmentwicklungen, Natur- und Freiflächenverbrauch, Bremsen- und Reifenabrieb sowie Abgasbelastungen bedeute.

Das geschätzte Finanzvolumen für den Ausbau werde auf eine Milliarde Euro geschätzt. Dieses Geld sei zielführender in die Sanierung vorhandener Verkehrswege zu investieren. Vor dem Hintergrund der anstehenden Sanierung des Straßenbelags mit Aufbringen eines Flüsterasphalts im Abschnitt vom Hildener Kreuz bis 500 Meter hinter der Neandertalbrücke in Richtung Oberhausen mache die Aufnahme des mittelfristigen Ausbaus der A3 in den Bundesverkehrswegeplan wirtschaftlich keinen Sinn. Der geplante Ausbau habe keinerlei Einfluss auf die jetzt anstehende Sanierung. Mit den Vorarbeiten werde wie geplant in den nächsten Monaten begonnen, hatte Ingrid Scholtz von Straßen NRW im vergangenen Monat versichert. Laut Norbert Cleve, von Straßen NRW in Krefeld, wird der Standstreifen zeitgleich zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und dem Kreuz Ratingen zur temporären Nutzung in Stoßzeiten hergerichtet. Allein in Erkrath sind heute mehr als 1000 Menschen von den Emissionen der Autobahn betroffen. Eine Initiative setzte den Flüsterasphalt durch.

(RP)