Ehemaliger Erkrather muss sich verantworten: Gericht verhandelt wegen Vergewaltigung

Ehemaliger Erkrather muss sich verantworten : Gericht verhandelt wegen Vergewaltigung

In Erkrath soll ein Ehemann massive Gewalt ausgeübt haben – teils vor den Augen seines kleinen Sohnes.

(magu) Vor fünf Jahren hatten sie sich in Tunesien kennengelernt. Wenige Monate danach war die mittlerweile 43-Jährige Frau schwanger, kurze Zeit später wurde geheiratet. Die Eheleute zogen nach Erkrath. Doch das Eheglück währte nur kurz: Zurzeit muss sich der 17 Jahre jüngere Ehemann vor dem Wuppertaler Landgericht wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verantworten. Laut Anklage soll er seine Ehefrau mehrmals vergewaltigt und zum Oralverkehr gezwungen haben. Er soll sie dabei verletzt und sich ihr in einem Fall auch in exhibitionistischer Absicht gezeigt haben. Beide haben damals in einer gemeinsamen Wohnung in der Tannenstraße gewohnt. Später war der Angeklagte nach Wuppertal gezogen, die Frau blieb unter anderer Anschrift in Erkrath.

Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der 26-Jährige seine Frau in sieben Fällen entweder zu sexuellen Handlungen genötigt oder sie gar vergewaltigt haben soll. Erstmals soll er das getan haben, als das Opfer mit dem gemeinsamen Kind im siebten Monat schwanger war. Gerade von der Arbeit gekommen, soll sich die Frau ins Bett gelegt haben. Ihr sei übel gewesen, sie habe sich schlecht gefühlt. Das soll sie dem Angeklagten auch gesagt haben, als der sich dennoch auf sie gelegt habe. Ihre Versuche, sich gegen den sexuellen Übergriff zu wehren, habe er ignoriert. Während der Tat habe sie nicht nur geschrien, sondern auch um das Wohl des ungeborenen Kindes gefürchtet.

An einem anderen Tag soll er sie zum Oralsex gezwungen haben. Als sie kurz darauf ihren Sohn wickelte, soll er ein zweites Mal über sie hergefallen sein. „Bitte nicht schon wieder“, soll das Opfer den Angeklagten angefleht haben, von ihr abzulassen. Der wiederum habe sie zum Vollzug des Geschlechtsverkehrs gezwungen und sie dazu auch noch in den Hals gebissen, während das Kind im Nebenzimmer weinte. Zu den sexuellen Handlungen kamen Gewalttätigkeiten hinzu. Der Mann soll die Frau gebissen, geschlagen und auf den Boden gezwungen haben, wo der gemeinsame Sohn herumkrabbelte.

Zu den ihm vorgeworfenen Taten wollte sich der 26-Jährige am ersten Verhandlungstag vorerst nicht äußern. Das Gericht will die Frau  nun am kommenden Verhandlungstag unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeugin hören.

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