Erkrath: Genossenschaft hat ihre Häuser saniert

Erkrath : Genossenschaft hat ihre Häuser saniert

Die Arbeit ist getan. Die Häuser der Wohnungsbaugenossenschaft am Kalkumer Feld sind modernisiert. Nach außen hin signalisiert einer bunter Anstrich das Werk. Gestern wurde der Abschluss der Arbeiten nach französischem Brauch mit einem "diner en blanc" (weiße Tafel) gefeiert.

Öfter mal was Neues, dachte sich der Bauingenieur Udo Kraft aus Berlin. Er hat federführend die energetische und ästhetische Sanierung der Häuser der Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath (WBG) im Kalkumer Feld übernommen. Schon als er noch in Ratingen lebte, war er der Genossenschaft beruflich verbunden. Von Paris nach Erkrath importierte er den Brauch, sich nach getaner Arbeit bei einem "diner en blanc", einer weißen Tafel, zu treffen und zu feiern. "Ich habe das in Paris gesehen, und das gefiel mir", sagt Udo Kraft. Tatsächlich waren alle Gewerke vertreten. Wer nicht komplett weiß gewandet war, bekam kurzerhand einen Papier-Overall übergezogen. So blickte man von der weißen Kaffeetafel auf die schicken lachs- und türkisfarbenen Farbtupfer an den Fassaden der Mehrfamilienhäuser.

Weiß gekleidet an einer weißen Kaffeetafel feiern die an der Sanierung beteiligten Handwerker den Abschluss der Arbeiten. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Doch auch hinter den Kulissen der Gebäude mit der Hausnummer 38 bis 44 hatte sich in den letzten Monaten einiges getan: Dächer und Kellerdecken sind gedämmt worden. Außerdem gibt es neue Balkongeländer und neue Bodenplatten für die Balkone. Für die gelungene Farbgebung sind Spezialisten einer Farbberatung verantwortlich. 20 Wohnungen - zumeist von Langzeit-Mietern seit 40 Jahren und länger bewohnt - gibt es in den restaurierten Häusern aus den 1960er Jahren. An zwei Häusern stehen noch die Malergerüste, die in 14 Tagen verschwunden sein sollen.

Michael Henseler, Geschäftsführender Vorstand, feierte mit im weißen Outfit. 650 000 Euro hat die Baugenossenschaft investiert in ihre Häuser am Kalkumer Feld. Im vergangenen waren die Nummern 26 bis 36 fertig geworden.

Geackert wird auch noch im Umfeld der Wohnungen an der Schlüterstraße. Dort entstehen Stellflächen für Fahrräder und Rollatoren und ein neues barrierefreie Wegesystem. Vor allem die Vergrößerung der rückwärtigen Terrassenbereiche und die Erneuerung der Trennwände sollen für mehr Wohnqualität sorgen und den Wohnstandard vor Ort erheblich erhöhen. Die Böschung auf der Rückseite der Häuser an der Schlüterstraße wurde darüber hinaus ausgelichtet, damit mehr Licht in die Gärten fällt. Laubengänge heben die Optik und verhindern Einblicke. Außerdem wurden nasse Gartenbereiche trockengelegt. Kanäle und Außenanlagen werden in zwei Etappen erledigt. Dafür sind 1,4 Millionen Euro eingesetzt.

Die 957 Wohnungen der Genossenschaft stammen zum größten Teil aus den 1960er und 1970er Jahren. Die notwendigen Sanierungen haben Löcher ins Budget der WBG Erkrath gerissen. Allein 2012 investierte die Genossenschaft 2,8 Millionen Euro in ihre Häuser. "Besonders bei einem Mieterwechsel, mussten wir einige Wohnungen auf Vordermann bringen", sagt Henseler vor einiger Zeit. Neue Heizungen und Renovierungen waren fällig.

(RP)