Fridays for Future: Beim Klimaschutz hat Erkrath noch Luft nach oben

Fridays for future : Beim Klimaschutz hat Erkrath noch Luft nach oben

Dürre, Hitze, Starkregen – die Auswirkungen der Erderwärmung sind überall zu spüren. Können die jungen Klimaschützer mit den Gegenmaßnahmen der Stadt zufrieden sein?

Käme Greta Thunberg einmal zu Besuch, fiele ihr sicher positiv auf, dass im Rathaus nicht etwa Plastikbehälter, sondern Glasflaschen mit heimischem Wasser (aus Unterfeldhaus oder Haan) beziehungsweise Säften (aus Bruchhausen) auf den Tisch kommen. Milch für den Kaffee stünde in kleinen Glasflaschen bereit und als Gastgeschenke gäbe es Produkte aus dem Naturschutzzentrum Bruchhausen, etwa selbst hergestellten Honig oder Apfelsaft.

Ganz sicher würde man ihr berichten, dass die Erkrather Stadtverwaltung ganz allgemein Wert darauf legt, durch Mehrwegprodukte und Recyclingstoffe unnötigen Abfall zu vermeiden und damit das Klima zu schonen: Müll wird nach Papier, Kunststoff und Restmüll getrennt, jeder ist angehalten, nicht zu viel auszudrucken und sparsam mit Toner und Papier umzugehen. Der städtische Fuhrpark enthält auch elektro- und erdgasbetriebene Wagen, es stehen Pedelecs zur dienstlichen Verfügung und die Stadtwerken liefern nur Ökostrom.

Über Erkraths Umweltfreundlichkeit wachen eine Abfallberaterin und eine Klimaschutzmanagerin, die in Zusammenarbeit mit Verbraucherschützern regelmäßig zur kostenlosen Energieberatung für Bürger einlädt. Und wenn zumindest das Bürgerhaus erst einmal saniert ist, wird Erkrath das Klima jährlich um 650 Tonnen CO2 entlasten. Die Planung für in der Regel fleisch- und abfalllastige Stadtfeste müsste sicher noch einmal die Klimaschutzprüfung durchlaufen. Aber alles ganz ordentlich soweit, die junge Klimaschützerin und ihre Mitstreiter dürften angetan sein. Beim Thema Flächenversiegelung (Neanderhöhe) müsste mit Diskussionsbedarf gerechnet werden.

Gleiches gälte auch für die Nutzung umweltschonender Heizenergie in Neubauten. Die Grünen im Kreis Mettmann haben darauf hingewiesen, dass der Kreis nach Angaben des Statistischen Landesbetriebs bei diesem wichtigen Thema landesweit den vorletzten Platz einnimmt. Im Landesdurchschnitt sei die Nutzung umweltschonender Energien in neuen Gebäuden von 33 auf 48,5 Prozent gestiegen, im Kreis Mettmann sei sie auf 28 Prozent gesunken – woran das liegt, wollen die Grünen jetzt im Bauausschuss des Kreises fragen, der Anfang Juni tagt.

Dass beim Klimaschutz noch Luft nach oben ist, will auch ein Bürgerantrag verdeutlichen, mit dem sich der Erkrather Hauptausschuss am 4. Juli beschäftigen wird. Dem Antragsteller, einem Erkrather Bürger, ist aufgefallen, dass die Stadt noch nicht auf der Liste der in Sachen Klimanotstand aktiven Kommunen in NRW und weltweit steht, die dieses Thema zur höchsten Priorität erklärt haben. Frau Thunberg wäre nicht begeistert.

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