Forum Sandheide in Erkrath wird teurer

Erkrath : Forum Sandheide wird deutlich teurer

Der Umbau eines ehemaligen Firmengebäudes an der Hildener Straße zum sozialen Dienstleistungszentrum ist aufwändiger, als die Stadt gehofft hat.

Der Sozialverband SKFM, die Tafel, der Verein „Die Werkstatt“ und eine Abteilung des TSV Hochdahl sollen 2021 unter ein Dach ziehen. In dem von der Stadt erworbenen Firmenkomplex mit der Hausnummer 28 an der Hildener Straße wird das „Forum Sandheide“ als soziales Zentrum entstehen.

Bis dahin muss allerdings noch einiges umgebaut und saniert und wohl auch neu gebaut werden – deutlich mehr, als die klamme Stadt erhofft hatte, die derzeit einige Großprojekte zu bewältigen hat. Das ergab Anfang des Jahres unter anderem eine Bestandsaufnahme der Haustechnik im Bürogebäude. Ergebnis: Die gesamte elektrotechnische Anlage ist sanierungsbedürftig. Dies sei vorher nicht erkennbar gewesen, betont die Stadt. Zusätzlich schlagen neue Anforderungen an Brandschutz und Statik sowie gestiegene Preise wegen des verzögerten Baubeginns zu Buche. Das war jetzt Thema im Planungsausschuss.

Bei der Prüfung der ebenfalls zum Komplex Hildener Straße gehörenden ehemaligen Hochregal-Lagerhalle habe sich herausgestellt, dass die Modernisierungskosten doppelt so hoch ausfallen als ursprünglich geplant, weil dort alles neu installiert werden muss. Nun soll die Halle komplett neu errichtet werden, weil die alte zu hoch für die veränderte Nutzung und ein Neubau nicht wesentlich teuer als der Umbau sei. Problem: Das gesamte Projekt wird zwar über den „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“ vom Land mit 90 Prozent der Anschaffungs- und Umbaukosten gefördert. Die Stadt hat aber, wie sie jetzt weiß, die Ausgaben in ihrem – längst bewilligten – Förderantrag zu niedrig angesetzt. Die Projektkosten zur Bereitstellung der Immobilie einschließlich des Erwerbs und der damit verbundenen Nebenkosten beziffert sie derzeit auf 6,85 Millionen Euro, bei einem Eigenanteil von voraussichtlich 2,25 Millionen Euro. In ihrem Förderantrag war sie noch von 3,76 Millionen Euro ausgegangen, mit einem entsprechend niedrigeren eigenen Anteil von 376.100 Euro. Kämmerer Thorsten Schmitz sagte im Ausschuss, dass die Förderung zum damaligen Zeitpunkt habe beantragt werden müssen, sonst wäre die Frist abgelaufen. Damals habe es auch noch keine abgeschlossene Planung gegeben. Erst nach dem Gebäudekauf hätten weitergehende Untersuchungen angestellt werden können.

An die ehemaligen Büros würden bei der neuen Nutzung, bei der sich bis zu 30 Personen in den Räumen aufhalten, ganz andere Anforderungen gestellt, etwa an die Lüftung. Es sei nichts mit der heißen Nadel genäht worden, Schuldzuweisungen an den Planer, den Hauptnutzer SKFM oder die Verwaltung seien nicht angebracht, unterstrich Schmitz.

In der Politik haben die „erheblichen“ Mehrkosten, wie es in der Vorlage heißt, für Wirbel gesorgt. Vor allem bei der CDU, die von Anfang an (aus Kostengründen) gegen das Projekt Soziale Stadt Sandheide war, dem das Forum ursprünglich zugeordnet war. Den neuen Beschlussvorschlag, den die Stadt der Politik unterbreitete – er sieht die Aufteilung des Projekts in zwei Abschnitte zwecks Erschließung neuer Fördermittel vor – lehnte die CDU denn auch als einzige Ratsfraktion ab.

SPD-Fraktionschef Detef Ehlert hatte zuvor versucht, zu vermitteln. Es sei zu begrüßen, dass es auf Ministerialebene möglich gemacht werde, das Projekt zu teilen, findet er. Es fließen erhebliche Fördermittel, und das sei gut angelegtes Geld. Durch die energetische Sanierung würden die Betriebskosten gesenkt und die Stadt tue etwas für die Klimaziele, die sie sich gesteckt habe. Das sieht auch Bernhard Osterwind von der BmU so, doch er bleibt kritisch. Er ist gespannt, „was da noch so alles kommt“.

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