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Erkrath: Flohmärkte im Hochdahler Bürgerhaus sind der Renner

Erkrath : Flohmärkte im Hochdahler Bürgerhaus sind der Renner

Das Sommerwetter beim jüngsten Trödelmarkt im Bürgerhaus Hochdahl Lust aufs Stöbern - ob es sich nun um echte Antiquitäten, kuriose Dachbodenfunde oder Großmutters Geschirr handelte. Und ein schwarzer Geigenkoffer beherbergt sicher eine schöne Geige, oder?

Fehlanzeige: In Samt gebettet liegen darin zwei Sektflaschen sowie zwei Sektgläser. Das Innere des Koffers ist so gefertigt, damit Gläser und Flaschen passgenau darin ihren Platz finden. "Ein originelles Stück", betont Besitzer Werner Kanthak. Mehrmals hatte Kanthak in der Vergangenheit den Eindruck eines Violinisten geweckt, bis er dann den Koffer öffnete und bei überraschten Mitmenschen Sektlaune verbreitete. Für den Trödelmarkt legte er nur Sekt vom Discounter in den weichen Samt. "Aber es war auch mal edler Champagner darin", erzählt der Hochdahler, der den Koffer vor knapp 20 Jahren aus den USA mitgebracht hatte. Kanthak möchte ihn für 120 Euro verkaufen - schweren Herzens, wie er sagt.

Viele Leute bleiben wegen dieses Stücks am Stand stehen. Oder wegen der anderen Sachen, seien es ein uraltes Tischgrammophon, Reisesouvenirs aus Marokko oder Star-Club-Hefte aus den 1960er Jahren, auf deren Covern die "Beatles" als neuer musikalischen Stern am Horizont angekündigt wurden. Beim Ehepaar Werner stehen ähnlich anmutige Gegenstände auf dem Verkaufstisch. Er ist Millrather, sie ist Kenianerin, und von gemeinsamen Reisen in das afrikanische Land brachten sie viele kunsthandwerkliche Mitbringsel nach Deutschland. Winkende Schimpansen aus Ebenholz, Kerzenhalter aus Speckstein und Körperschmuck, alles handgeschnitzt. Jürgen Werner arbeitete bei einer ehemaligen Düsseldorfer Fluglinie als Kabinenchef. Nach Kenia reiste er über den dienstlichen Weg: "Unsere Besatzung hatte einwöchige Aufenthalte dort unten, mehrmals im Jahr. So konnte ich Land und Leute kennenlernen" - und auch Ehefrau Jael. Für das Paar ist der Trödelmarkt eine Premiere. Auf der anderen Seite des Bürgerhauses sitzen Annette Mekelburg und Karsten Spaderna. Im Umland mit Freunden und Familie an Flohmärkten teilnehmen - da kommen die beiden Hildener ins Schwärmen. Bei ihnen wartet ein schönes Akkordeon auf einen neuen Besitzer. Möchten sie denn auch die Gelegenheit auf dem Hildener Fabry-Antikmarkt ergreifen? Immerhin ist der doch tags darauf. "Da müssen wir unbedingt mal hin", ruft Annette Mekelburg. Im Hochdahler Bürgerhaus bietet sich am 17. November wieder die Chance.

(aca)