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Fastenbrechen in Erkrath ist eine leckere Sache

Erkrath : Fastenbrechen ist eine leckere Sache

Rund 250 Gäste waren der Einladung zu dem Fest im Bürgerhaus gefolgt, das Muslime und Nicht-Muslime beim Mahl an langen Tischen zusammenführte.

Lange Tischreihen, mit weißen Decken und gelben Krepppapier-Blumen geschmückt, warteten auf die Gäste des Fastenbrechens im Bürgerhaus. Auf der Empore bogen sich die Tische und immer mehr Platten mit Humus, gefüllten Weinblättern und Teigtaschen, Couscous mit Gemüse und Fleisch sowie süßes Gebäck wurden von den Mitgliedern der „Internationalen Frauengruppe“ in den Saal gebracht.

Sie waren gemeinsam mit ihrer Leiterin Fatima Assila für die Organisation der Feier verantwortlich. Tatkräftige Hilfe gab es von Simone Rundschke und Natalie Golubovic. Beide sind Lehrerinnen an der Grundschule Sandheide und auch für das „Rucksack“-Projekt tätig, bei dem die Frauengruppe Deutsch lernt.

Doch noch war es Zeit, bis das Bittgebet des Imams in Mekka das Ende des von Sonnenaufgang bis -untergang dauernden Fastens einleitete. Der Tradition folgend wurden um 21.30 Uhr zunächst Datteln und ein Glas Wasser gereicht, bevor der Sturm auf das Büffet einsetzte. Die nicht-muslimischen Gäste, darunter auch Sozialamtsleiter Stefan Freiberg, schlossen sich der Meinung von Ursula Moldon, Leiterin der Erkrather Volkshochschule, an und ließen den Gläubigen den Vortritt am Buffet: „Sie haben den ganzen Tag nichts gegessen und kommen zum Teil gerade von der Arbeit“, sagte sie mit Blick auf die beiden jungen Männern aus Guinea, die in einem Lebensmittelmarkt arbeiten und direkt von dort zur Feier gekommen waren.

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Am Büffet gab es für die nicht-muslimischen Besucher später hilfreiche Auskunft, um welche Leckereien es sich bei den appetitlich angerichteten Speisen handelte. „Ich esse schon seit 34 Jahren kein Fleisch mehr“, erzählte Lothar Kamppeter, der sich seit 2016 in der Flüchtlingsbetreuung engagiert. Er fand jede Menge fleischlose Alternativen neben Hähnchen-Schenkeln und Reis mit Rinderhack.

Zu Beginn des unterhaltsamem Abends hatte der städtische Integrationsbeauftragte Max Guder die rund 250 Gäste begrüßt, bevor er das Mikro an Fatima Assila weitergab. Sie drückte ihre Freude über die vielen muslimischen Gäste aus und erklärte: „Der Ramadan ist für uns Gläubige nicht nur ein Monat der Entbehrung, sondern die Möglichkeit, in sich zu gehen. Er hilft uns, ein vollständiger Mensch zu werden.“

Während des gemeinsamen Essens stellte Landtagsabgeordneter Christian Untrieser, der wie Bürgermeister Christoph Schultz der Einladung gefolgt war, in einer regen Diskussion mit Anna Weihrauch, ebenfalls Integrationsbeauftragte der Stadt, und Taha Mansour, beim TSV Hochdahl im integrativen Bereich als Sporttrainer tätig, fest, dass nicht nur die Tradition des Fastens auch im christlichen Glauben verankert ist. Das gelte auch für den Gedanken der Caritas, des Kümmerns um Bedürftige.

„Wenn es ihnen gefallen hat, dann sagen sie es weiter und bringen sie im nächsten Jahr noch andere mit“, hatte der Bürgermeister in seiner Ansprache aufgefordert. Erzählt, getafelt und gefeiert wurde noch bis Mitternacht.