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Exklusiver Rundgang im Kunsthaus Erkrath

RP-Aktion : Abtauchen in Kunstwelten

RP-Leser haben einen Platz für einen exklusiven Atelierbesuch im Kunsthaus gewonnen. Sie waren begeistert.

Ein Dutzend kunstfreudiger Leser hatte die Rheinische Post dazu ausgelost, dem Kunsthaus in Millrath einen nachmittäglichen Besuch abstatten zu können. Spendiert wurden Saft und Sekt nach den Gepflogenheiten einer Vernissage, dann begann ein Rundgang durch die individuell gestalteten Ateliers.

Gleich vorneweg teilt Eva Pannée sich einen Werktisch mit ihren Wichtelinnen. Die Skulpturen aus weißem Ton müssen zwar ohne Arme und Gesicht auskommen, stehen jedoch so fest auf ihren Positionen, dass sie als autarke Persönlichkeiten durchkommen. Besucherin Hermine Rattay staunt nicht schlecht: „Kunstinterssiert bin ich schon; auch Kunst selbst zu schaffen, habe ich schon versucht und höre aus der Familie immer mal, dass ich doch wieder etwas machen könnte.“

Ihr Mann Erich ergänzt: „Ich habe fotografiert und auch die Bilder entwickelt. Doch die richtig guten künstlerischen Ideen hat meine Frau.“ In Acryl hatte sie zu einer Hochzeit einen herzroten Glückwunsch auf die Form einer Leinwand gebracht und die Fotos davon sogar auf ihrem Mobiltelefon dabei. Überhaupt hält das Digitale Einzug in die sonst sehr stoffliche Welt eines Kunsthauses. Der Fotograf Rainer Fröhlich zeigt auf dem Smartphone seine jüngsten Kunstschüsse vom Bauhaus-Denkmal Bernau bei Berlin. Bei dem erklärten Puristen bleiben die Bilder ohne verfremdende Nachbearbeitung.

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Das Ehepaar Rattay ist derweil schon bei der Multitechnikerin Anne Konert, die kleine Gesellschaften aus Draht formt oder Leinentücher dynamische Falten werfen lässt, so dass sie wie lebendige Wesen erscheinen.

In der Druckwerkstatt von Roswitha Müller-Krüger und Werner Rutz findet Hermine Rattay tatsächlich zurück zur bildnerischen Praxis. Unter fachkundiger Begleitung gelingt ihr mittels eines Hochdruckverfahrens, bei dem ein Motiv in eine Druckplatte geritzt wird, in einer halben Stunde ein schmuckes Vogelportrait. Ganz barrierefrei ist das Kunsthaus leider nicht, dafür belohnt ein kleiner Kletterstolz diejenigen, die die steile Stiege zur zweiten Etage erklimmen – hinauf zum Dach des Elfenbeinturms.

Hier liegt die Denkerstube der 46-jährigen Christina Hohmann de la Haye, die Goldphilosophin und Gedankenschmiedin ist. Bei ihr entstehen Schmuckstücke, die das fast schon magische Ziel haben, zwischen sich und ihrer Trägerin ein Leuchten entstehen zu lassen.

Gleich nebenan liegt die Mansarde von Anna Owsiany-Masa. Ganz erfüllt wird dieser Raum von Chet Bakers coolem Jazz. Mit Hilfe der Musik erhalten die „Versuche“, wie sie ihre Kunstwerke nennt, jenes Maß an Ausdauer, das sie auszeichnen. Oft sind es menschliche Gefühlswelten, die dann zum Vorschein kommen, doch besonders bemerkenswert sind die Darstellungen ihrer Lieblingstiere, der Schweinchen. Nach zwei im Fluge vergangenen Stunden ist der Streifzug durchs Kunsthaus beendet und Atelieristen wie Besucher sind hellauf begeistert von den inspirierenden Begegnungen.