Eselsbach-Abschnitt in Erkrath-Unterfeldhaus wird ökologisch aufgewertet

Unterfeldhaus : Eselsbach wird ökologisch aufgewertet

Aber die Politik ist sicher, dass die Pläne des Bergisch-Rheinischen Wasserverbands die Bürger auf die Palme bringen. Denn es müssen zahlreiche Bäume gefällt werden.

Keine Frage, der Eselsbach ist ein beliebter Naherholungsort und regelmäßiges Ziel vieler Spaziergänger. Aber es gibt ein Problem, meldet der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW): Das Gewässer ist ökologisch und chemisch betrachtet in schlechtem Zustand.

Die dazugehörige Wasserrahmenrichtlinie gibt vor, den guten, sprich ökologisch einwandfreien Zustand heimischer Gewässer wieder herzustellen. Dazu gehört auch der Erkrather Teilbereich des Eselsbachs in Unterfeldhaus, der naturnah umgestaltet werden soll. Denn sein Wasser hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Derzeit hat der Bach ein Gewässerprofil mit einer Breite von zirka 3,5 Meter und einen gestreckten Verlauf mit weitgehend monoton gestalteten Ufern. An beiden Seiten werden sie von teils dichtem Baumbestand gesäumt.

Die in den 1970er Jahren ausgebaute und streckenweise mit Ufer- und Sohlsicherung aus Steinen versehene Fließstrecke des Bachs soll erweitert werden, auch um die Hochwassergefahr zu bannen. Dabei werden die Ufer teils abgeflacht und Tothölzer in den neu angelegten Bach eingebaut, so dass unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten entstehen können. Die sind lebenswichtig für die vielen Bachbewohner, erläuterten BRW-Vertreter im Planungsausschuss. Nur durch eine Verbesserung der Wasserqualität sei gesichert, dass im Bach auch nützliche und komplexe Lebewesen aufwachsen und leben könnten.

Bereits 2009 und 2015 wurden dafür laut BRW insgesamt 2,7 Kilometer des Eselsbaches auf diese Weise umgestaltet. Die nun geplante Maßnahme mit einer Länge von rund 1,2 Kilometer schließe daran an. Die Kosten werden auf 650.000 Euro geschätzt und Fördermittel beim Land beantragt. Derzeit werde die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Maßnahme erarbeitet, um in diesem Jahr das Genehmigungsverfahren einzuleiten.

Voraussichtlicher Baubeginn ist aber erst im Jahr 2021, bei einem halben bis einem Jahr Umbauzeit. Der BRW betont, die dafür nötigen Wegesperrungen so kurzfristig wie möglich einzurichten, damit Fußgänger und Radler nicht ausgebremst werden.

Der Bach ist derzeit laut den Experten vom BRW einfach zu geradlinig, ihm fehlen Uferbewuchs und ein natürliches Gefälle. Geplant ist nun ein geschwungener Verlauf mit Störelementen, um wieder Lebensräume für diverse Tierarten zu schaffen. Doch dafür müssen Sohl- und Uferbefestigung und auch ein Teil des Baumbestands entfernt werden. Denn die Bäume stehen teilweise wie eine Allee am Bach, der aber nun verschwenkt werden soll.

Erkraths Grüne betrachten den aktuellen Zustand des Bachs als typisches Beispiel für Sünden aus der Vergangenheit. Weil Bäume für die ökologische Aufwertung fallen müssten und dies immer Ärger gebe, plädierten sie für eine Vorab-Bürgerveranstaltung in Unterfeldhaus, um die Menschen zu informieren. Bernhard Osterwind (BmU) wollte von den BRW-Vertretern wissen, wie viele alte Bäume mit optimalem CO2-Speicherverhalten denn fallen müssten. Antwort: 25 bis 30 Prozent des jetzigen Baumbestands. Es gelte, einen Kompromiss zwischen Gewässeroptimierung und Erhalt der Bäume zu finden, denn das Dilemma des Bachs bestehe darin, dass die Baumstruktur gut, die Gewässerstruktur hingegen schlecht sei.

Uli Schimschock (SPD) kritisierte: „Bei der Sanierung fallen zu viele Bäume als CO2-Senken weg. Der BRW will sicherlich das Beste, aber die Baumfällungen tun weh und werden die Bürger auf die Palme bringen.“