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Erstlingswerk einer Erkratherin kommt auf die Leinwand

Erkrath : Erstlingswerk kommt auf die Leinwand

Regisseur Jan Oberdick wagt sich mit dem Roman der Erkrather Künstlerin Claudia Birkheuer an seinen ersten Spielfilm.

Claudia Birkheuer und Jan Oberdick sind sich sicher, dass das Schicksal sie zusammengeführt hat: die Autorin und ihr Erstlingswerk auf der einen und der junge Produzent und sein Langfilm-Debüt auf der anderen Seite.

Die Freundin seines Bruders hatte Oberdick auf Birkheuers ersten Roman „Die Karriere der Christina Siemon“ aufmerksam gemacht und meinte, das könne vielleicht „etwas für ihn sein“. Oberdick verschlang das mehr als 160 Seiten umfassende großformatige Buch in wenigen Stunden und war so begeistert, dass er sich gleich mit der Erkrather Autorin in Verbindung setzte. „Das ist eine Geschichte, die ich so noch nicht gehört habe. Der Roman hat Elemente aus Drama, Thriller und Schwarzem Humor. Das hat viel filmerisches Potenzial“, sagt der aus Haan stammende Filmemacher, der sich nach seinem im Herbst 2017 abgeschlossenen Studium an der Ruhrakademie Schwerte als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur selbstständig gemacht hat. Mit seiner eigenen Filmproduktion hat er bereits erste Aufträge in den Bereichen Produkt- und Werbefilm übernommen und während des Studiums diverse Kurz- und Imagefilme gedreht. Eine Produktion in Spielfilmlänge ist für ihn jedoch Neuland.

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Als Jan Oberdick sich bei Claudia Birkheuer meldete, hatte diese gerade ihren Roman an eine große, alteingesessene Produktionsfirma geschickt. „Dort habe ich gleich wieder angerufen und gesagt, die brauchen mein Buch erst einmal nicht zu lesen“, schmunzelt Birkheuer, die sich freut, mit ihrem eigenen Erstlingswerk nun einem jungen Filmemacher eine spannende Herausforderung und Chance bieten zu können. Die Verträge sind inzwischen in trockenen Tüchern und Jan Oberdick schreibt gerade das Treatment, eine Art „Vorversion“ des späteren Drehbuchs. Mit dem Treatment wollen Oberdick und Birkheuer sich um eine Förderung der Filmstiftung NRW bewerben. „Wenn die Filmförderung mit an Bord ist, ist die Chance auf spätere Produktions- und Projektförderungen höher“, weiß Oberdick.

„Unsere Vision ist es, den Film deutschlandweit oder sogar international ins Kino zu bringen“, betonen die Beiden. Potenzial dazu hat die Story schon allein durch ihre vielen realen Schauplätze, die die Leser beziehungsweise Kinobesucher durch die Hotspots der europäischen Kunstszene führen. Dabei hat Jan Oberdick nicht nur den Anspruch, Außenaufnahmen mit entsprechenden Teams an den Locations vor Ort zu drehen, sondern auch den, mit professionellen Schauspielern zusammenzuarbeiten.

„Ich habe mich für das Filmemachen entschieden, weil es meine Leidenschaft ist“, sagt er, „und dazu ist auch ein gewisses Großdenken erforderlich. Claudias Roman bietet mir die Möglichkeit, gleich international zu produzieren. Das habe ich bisher noch nicht gemacht, fühle mich dem aber gewachsen.“ Wenn die Förderzusage steht, geht Oberdick davon aus, Ende nächsten Jahres das endgültige Drehbuch fertigstellen und 2020 mit den Dreharbeiten beginnen zu können. Gut 60 Drehtage kalkuliert er dazu heute ein.

Jetzt heißt es allerdings erst einmal, der Kreativität beim Schreiben des Treatments freien Lauf zu lassen – die produktionstechnischen Details kommen später. Bei seiner Adaption des Romans in verschiedene Drehbuchfassungen will Oberdick insbesondere den Schwarzen Humor aus Birkheuers Roman und die zwei Seiten der Kunstwelt herauskitzeln: die glitzernd-schillernde und die depressiv-düstere, die Birkheuers Protagonistin Christina Siemon mit zunehmenden Psychosen und Neurosen an den Rand des Wahnsinns treibt.

Einige kleine Änderungen zum Original-Roman – wie beispielsweise eine Verjüngung der Akteure – wird sich Oberdick erlauben, im Großen und Ganzen aber sehr nah an der Vorlage bleiben. Der gegenseitige Austausch und das Feedback der Autorin sind ihm daher sehr wichtig, schließlich sollen am Ende beide Seiten mit dem Film zufrieden sein.