Erkrath: Erste Lesung unterm Sternenhimmel - beeindruckend

Erkrath: Erste Lesung unterm Sternenhimmel - beeindruckend

Das Stellarium im Hochdahler Bürgerhaus kann mit neuen Projektoren, neuer Software und neuer Computerhardware aufwarten - bei einem frischen Format standen diese technischen Errungenschaften aber an zweiter Stelle. Ein Tisch, zwei Stühle und eine Leselampe stellten für eine Abendveranstaltung den Mittelpunkt des Sonnensystems dar. Erstmalig hatten Anna Major und Andreas Schmidt, die beiden Dozenten des Stellariums, zu einer literarischen Lesung eingeladen.

Ausgesucht hatten sich die beiden die "Tagebücher von Adam & Eva" aus der Feder des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain. Schmidt ist seit frühester Jugend großer Fan von Mark Twain: "Man fängt ja meistens mit Huckleberry Finn und Tom Sawyer an. Als ich älter wurde, erfuhr ich, was noch aus seiner Feder stammt. Viele seiner Werke kennt man in Deutschland weniger - weil man Twain eher als Kinderbuchautor sieht".

Mark Twain schrieb 1904 die "Tagebücher von Adam & Eva" für ein erwachsenes Publikum. "Vor vielen Jahren las ich diese Geschichte und fand sie sehr humoristisch", erinnert sich Schmidt. "Hier im Stellarium arbeiten wir ohnehin mit viel Ambiente. Warum nicht einmal eine Lesung in unserer stimmungsvollen Kuppel?" Schmidt und seine Kollegin Anna Major lasen aus den Tagebüchern in verteilten Rollen; er in der Rolle von Adam, sie in der von Eva. Vor Beginn der Lesung baten sie um Entschuldigung, falls der eine oder andere Versprecher sich einschleichen sollte. "Auch wenn wir täglich vor Publikum sprechen, ist eine Lesung eine neue Herausforderung für uns", sagte Major.

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In Twains Geschichte geht es zeitweilig um astronomische Themen: Eva sinniert nachts über den Sternenhimmel und kann den Mond nicht oft genug bestaunen. Tagsüber beschäftigt sie sich mit irdischen Phänomenen und gibt ihnen Namen. Adam beargwöhnt zuerst Eva, das "neue Geschöpf" an seiner Seite, und wertet ihre Neugierde als Erklärungssucht ab. Es muss viel Zeit mit vielen lustigen Missverständnissen vergehen, bis die beiden einander näher kommen.

Die neue Planetariumstechnik projizierte thematisch passende 360°-Bilder an die Kuppel mit musikalischer Untermalung. "Die beiden Dozenten brauchen sich nicht dahinter verstecken, eine Lesung zum ersten Mal gemacht zu haben", meinte Besucher Martin Ruppelt nach der Veranstaltung anerkennend. Und seine Frau Petra fügte hinzu: "Die Atmosphäre in der Kuppel mit all den Sternen und großformatigen Bildern war sehr beeindruckend."

(aca)