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Erkraths Narren sind Feuer und Flamme für den Klüngelball

Karneval in Erkrath : Feuer und Flamme für den Klüngelball

Die Gäste zeigten sich vom närrischen Programm der „Letzten Hänger“ begeistert. Es hätte mehr Zuschauer verdient.

Super Stimmung, super Kostüme und super Programm – das waren die Zutaten für den 33. Klüngelball der „Letzten Hänger“ in der Erkrather Stadthalle. Es hätten nur noch ein paar mehr Gäste sein können, die nach dem Einzug des Prinzenpaares Sabine I. und Udo I. samt Gefolge bis nach Mitternacht ausgelassen feierten.

Ein Stelldichein gaben sich „De Schlafmötze“, die ihrem Namen zum Glück keine Ehre machten und stattdessen die Zuschauer Schunkeln und Mittanzen brachten. Es folgte das geniale Duo „Erwin und Willy“, bei dessen Schlagabtausch kein Auge trocken bleib: Die mal trocken, mal verträumt, mal musikalisch wie Perlen auf eine Schnur aufgefädelten Scherze ließen Lachtränen in Strömen fließen. Vom Hüftschwung bis „Hands in the air“ gab es auch eine Tanzeinlage der beiden Herren im Rentenalter. Sara Willwerth, Inhaberin der Buchhandlung Weber und eigentlich kein ausgewiesener Karnevals-Jeck, wie sie freimütig zugab, liefen die Lachtränen jedenfalls nur so die Wangen hinunter.

Bei den „Heiopeiers“ wurde dindes och allzu oft der sprichwörtliche Humor „unterhalb der Gürtellinie“ bemüht. Als das Duo jedoch deutsche Schlager zum Besten gab, stieg der Schunkelfaktor im Saal und Sabine I. führte den Polonaise-Lindwurm bis auf die Bühne.

Frenetischen Applaus und ausgelassene Fröhlichkeit kam beim Auftritt der „Mariechen“ der Dhünschen Jecken auf: Das Männer-Ballett begeisterte mit seinen spektakulären Tanzeinlagen und einem „Funkenmariechen“, das die Herren durch die Luft fliegen ließen und das standsicher seiner Platz oben auf der Männer-Pyramide fand. Erst nach der zweiten Zugabe ließ das begeisterte Publikum die Tänzer aus dem Saal ziehen. Mit fantasievollen Tanzeinlagen hatten vorher schon die Erkrather Höppeditze beeindruckt, außerdem die Tanzgarden der Unterbacher, die „wieder gern über den Berg gekommen“ waren, wie sie betonten. Ihre Showtanz-Garde nahm das Publikum auf eine viel umjubelte Weltreise mit. Aus dem Off kündigte eine Stewardessen-Stimme an, wo „Flug 11“ der „Esel-Airline“ landete: So traten die jungen Damen im Kimono, im Cowgirl-Outfit und dann noch als Sirtaki-Tänzerinnen auf. Den Schlusspunkt des Programms setzte die Versteigerung des 60. Pins des Prinzenpaares, dessen Verkaufserlös zu gleichen Teilen dem Kinderhaus Sandheide und dem CBT Wohnhaus zugutekommen wird. Den 35. und damit Gewinner-Euro ließ „Trixi Nymphi“ im bunten 70er-Jahre-Kostüm zum Ablauf der Zehn-Minuten-Frist in den Hut fallen, sie bekam den „Ur-Pin“ von Prinzessin Sabine überreicht. Nach Mitternacht endete der stimmungsreiche „3 x 11. Klüngelball“ der letzten Hänger und ihrer Gäste, darunter Bürgermeister Christoph Schultz und Frau im Vogelscheuchen-Kostüm sowie seine Stellvertreterin Regina Wedding im 20er-Jahre-Kleid.

Die elf „Feuer-Frauen“ erhielten den Preis für das beste Gruppenkostüm. In nur zwei Monaten hatte Helga Burghammer alle Kleider genäht. Pia Hanten als „Pierrot“ gewann den Pokal für das beste Damen-Kostüm und Tillmann Keens, Rittmeister der St. Sebastianer, erhielt für sein Drachenkostüm den ebenfalls einen Preis.