Erkrath: Erkraths größter Arbeitgeber ist jetzt da

Erkrath: Erkraths größter Arbeitgeber ist jetzt da

Heute feiern die mehr als 300 Mitarbeiter der Firma Timocom offiziell ihren Einzug an der Bessemer Straße in Hochdahl. Mit dem Umzug von Düsseldorf nach Erkrath hat sich der Gründer einen Herzenswunsch erfüllt.

Heute Abend wird gefeiert. Den Nachbarn haben "Die Timos" schon mit einem Zettel im Briefkasten Bescheid gesagt: Zwischen 18 und 1 Uhr kann es etwas lauter werden. Grund für eine ordentliche Party gibt es genug. Anfang des Monats haben die mehr als 300 Mitarbeiter den neuen "TiComplex" an der Bessemer Straße in Hochdahl bezogen.

Ein historischer Lkw ziert die Eingangshalle des neuen Bürogebäudes. Foto: TimoCom

Auf dem rund 12 200 Quadratmeter großen Grundstück entstand ein fünfgeschossiger Neubau mit etwa 7200 Quadratmetern Nutzfläche. Die Angestellten genießen durch die rundum verglaste Außenfassade einen herrlichen Fernblick - an klaren Tagen bis weit über Köln hinaus. Rund 23,5 Millionen Euro investierte der IT Dienstleister für die Transport- und Logistikbranche in das neue Bürogebäude. Damit dürfte Timocom nun Erkraths größter Arbeitgeber sein und in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt möglicherweise ansteigen.

Stadtverwaltung, Politik und Wirtschaftsförderung haben alle möglichen Anstrengungen unternommen, um den zunächst umstrittenen Neubau zu verwirklichen. Denn Gewerbeflächen in dieser Größe gibt es in Erkrath eigentlich gar nicht. Geplant war ursprünglich, auf dem Gelände mehrere Grundstücke zusammen zu legen. Mehr als 2,5 Jahre zogen sich die Verhandlungen mit der Stadt hin, beinahe wäre der Neubau gescheitert. Mit einer Änderung des Baurechts und der damit dann erlaubten Fünf-Geschossigkeit des Gebäudes ist man Timocom entgegen gekommen. Am Ende waren auch die Naturschützer zufrieden, weil so am Rande des Neandertals weniger Fläche versiegelt wurde, als ursprünglich mal vorgesehen.

  • Kommentar : Ein Glücksfall für die Stadt

Warum die Firma überhaupt nach Erkrath gezogen ist? Firmensprecher Marcel Frings spricht von einem "Herzenswunsch des Firmengründers". Er soll aus Erkrath stammen und sich gewünscht haben, der Stadt durch die Ansiedlung von Arbeitsplätzen etwas zurückgeben zu können. Weitergehende Informationen oder Pressefotos des Firmengründers gibt es vonseiten des Unternehmens mit dem Hinweis "auf den Schutz der Privatsphäre" allerdings nicht. Firmen-Sprecher Frings sagt aber ganz klar: "Wir sind ein Erkrather Unternehmen". So nehme man bereits seit zwei Jahren am Aktionstag der Wirtschaft teil und habe im Vorfeld viel dafür getan, dass sich die Mitarbeiter in Erkrath integrieren. Mit dem Umzug ins Neandertal habe sich - so Frings - auch "die Arbeitsatmosphäre" völlig verändert: "Unsere Mitarbeiter sind begeistert von Erkrath. An unserem alten Standort (in Benrath) waren wir auf zwei Gebäude aufgeteilt und die Büros waren nicht so hell und freundlich wie im TiComplex. Nun sind wir alle unter einem Dach und die Räume haben teilweise großzügigen Blick", sagt Frings. Das Bürohaus wird ohne eine klassische Heizung oder Klimaanlage auskommen. Die Geothermie-Anlage wird das Gebäude mit Frischluft und Wärme versorgen. Das Beheizen und Kühlen des Gebäudes erfolgt mittels Erdwärme.

Das Unternehmen Timocom Soft- und Hardware wurde 1997 gegründet. Im Jahr 2012 soll laut "Wikipedia" ein Umsatz von 48,2 Millionen Euro erzielt worden sein. Haupteinnahmequelle dürfte die Fracht- und Laderaumbörse "TC Truck & Cargo" sein. Dort stellen täglich rund 85 000 Nutzer bis zu 300 000 Angebote ein. So ist es etwa für Spediteure möglich, Leerfahrten ihrer Lkw in ganz Europa zu vermeiden. Timocom ist in 44 europäischen Ländern vertreten. Die IT-Lösungen wiederum gibt es in 24 Sprachen. Mit im Gebäude untergebracht sind auch Mitarbeiter der Spedition Timotrans und der Personalvermittlungsagentur "Ticonex", die zur Unternehmensgruppe gehören. Darüber hinaus hat der Verein "Die Transportbotschafter e.V." dort seine Büroräume bezogen. Er setzt sich für mehr Akzeptanz und Verständnis zwischen Pkw- und Lkw-Fahrern sowie die Sicherheit aller am Straßenverkehr beteiligten Personen ein.

(RP)
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