Erkrath: Erkraths Bürger sollen Bäume spenden

Erkrath: Erkraths Bürger sollen Bäume spenden

Die Landesregierung will das Projekt Bürgerbäume unterstützen. Die SPD will deshalb eine alte Idee wieder beleben. Dadurch könnten auch Verluste durch Sturmschäden aufgefangen werden, meint SPD-Chef Detlef Ehlert.

Das Thema Bürgerbäume ist noch nicht vom Tisch. Vor zwei Jahren hatte es die SPD ins Gespräch gebracht und war damit gescheitert. Nun präsentiert die SPD einen neuen Aspekt: "Die Landesregierung wird mit dem Projekt Bürgerbäume Geldspenden von Privatpersonen an Kommunen finanziell in der gleichen Spendenhöhe unterstützen", teilt SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert mit.

Das hat er zum Anlass genommen, die Stadtverwaltung aufzufordern, ein entsprechendes Spendenkonto einzurichten. Ehlert: "Das ist eine Chance, die wir in Erkrath nutzen sollten, denn immerhin ist in unserer Stadt auch ein recht hoher Anteil an Sturmschäden und dadurch an Baumverlusten entstanden."

Der Bürgermeister solle, so Ehlert, kurzfristig ein Spendenkonto auflegen und entsprechend bewerben. Auf das könnten dann die Bürger der Stadt einzahlen. Zudem bittet er darum, diese Initiative bei der Landesregierung zur Förderung anzumelden.

Mit den eingehenden Beträgen können sowohl Wiederaufforstungen in den städtischen Wäldern vorgenommen werden, sagt Ehlert, als auch die von seinem Fraktionskollegen Uli Schimschock für die SPD bereits eingebrachte Idee der "Bürgeralleen" aufgegriffen und unterstützt werden.

2012 hat die Stadt bereits das Projekt Bürgerallee abgelehnt, weil ihr die Folgekosten zu hoch erschienen. Drei Bürgeralleen sollten der Idee Schimschocks zufolge symbolisch dafür stehen, dass die Stadtteile Erkraths zusammenwachsen. Er und seine Tochter Lara erläuterten im Juni 2012 das Konzept: Bürger sollten Bäume stiften, die dann mit ihrem Namensschild versehen werden. "Das kann zu bestimmten Anlässen wie Hochzeiten, Geburten oder Gedenken geschehen oder einfach nur so, um seinem Ortsteil etwas Gutes zu tun", sagte Lara Schimschock. Die Baumallee, die die SPD nach Vorbild der Stadt Melle in Niedersachsen vorschlug, sieht vor, dass Bürger Bäume - oder eher Setzlinge - für 100 Euro inklusive Pflanzung und Schild kaufen können. Bei diesem Preis sei die Spendenbereitschaft groß, meinte die SPD.

Die Stadt winkte ab. So ein Baum mit einer mittleren Lebenserwartung von 100 Jahren bedürfe im Lauf seines Lebens eine Vielzahl Erhaltungsmaßnahmen. Er müsse kontrolliert und gepflegt werden. Somit kämen auf die Stadtverwaltung hohe Kosten zu, die nicht über den Baumpreis zu finanzieren seien. Folglich müsste die Stadt einen "größeren vierstelligen Betrag" pro Bürgerbaum fordern und gehe davon aus, dass unter diesen Umständen niemand einen Baum spenden wolle. Damals fand sich keine Mehrheit für die Bürgeralleen.

(ik)
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