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Erkrather klagen: „Bayer-Park ungepflegt“

Sedentaler Straße : Erkrather klagen: „Bayer-Park ungepflegt“

Spaziergänger berichten von nicht mehr standsicheren Bäume und herumliegenden größeren Ästen. Der Bürgerverein Hochdahl ärgert sich, dass es für das Gelände immer noch keinen Pflegeplan gibt – und keinen Denkmalschutz.

Vernachlässigt die Stadt im Bayer-Park am Hochdahler Falkenberg ihre Pflege-Pflicht? Das will jetzt die SPD von der Stadtverwaltung wissen. Ihr Fraktionsvorsitzender Detlef Ehlert ist im Internet auf einen „irritierenden Beitrag“ gestoßen, der Versäumnisse nahelegt.

Ein Spaziergänger, der vor kurzem in dem Waldstück unterhalb der Bayer-Villa (zwischen Villa und Hospiz) unterwegs war, berichtet, dass dort wohl eine größere Anzahl von Bäumen nicht mehr standsicher sei. Teilentwurzelt hingen sie in den Kronen anderer Bäume. Größere Aststücke wären, wohl von Fußgängern, an den Wegesrand geschoben wurden. „Das alles, obwohl wir in den letzten Monaten keine nennenswerten Stürme hatten. Mich wundert, wie ungepflegt dieser Park aussieht“, bilanziert der Spaziergänger.

Die Stadtverwaltung erklärt auf Anfrage, dass Pflege, Unterhaltung und Verkehrssicherung im Park nach den Grundsätzen für Waldbewirtschaftung erfolge. Die letzte Kontrolle habe es Mitte 2020 gegeben, die Maßnahmen seien mit einer Dringlichkeit „bis zehn Monate“ eingestuft worden und für das erste Quartal 2021 vorgesehen. Hinweise auf konkrete Gefahrenstellen, wie aktuell aufgezeigt, würden indes „kurzfristig geprüft und je nach Ergebnis“ behoben, heißt es.

Herbert Bander vom Bürgerverein Hochdahl hält den Park schon seit Jahren für vernachlässigt und hofft, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt. „Ein Pflegeplan ist überfällig. Die Überalterung des Baumbestands ist unübersehbar“, sagt er, und ergänzt: „Durchforstung ist das Gebot der Stunde. Meines Erachtens sollte ein besonderes Augenmerk auf die beiden Teiche am südlichen Rand des Parks gelegt werden.“

Schon vor längerer Zeit habe der Bürgerverein Hochdahl Vorschläge von einem Gartenbauarchitekten erarbeiten erlassen und der Stadt vorgelegt – ebenso wie einen Antrag auf Ausweisung des Parks als Flächendenkmal. „Das alles lässt immer noch auf sich warten, zehn Jahre sind inzwischen verstrichen“, ärgert sich Bander. Finanzielle Hilfen wären längst zugesagt, aber (noch nicht) angenommen worden. „Personelle Engpässe in der Stadtverwaltung sollten doch mal ein Ende haben“, so Bander.

 Bereits 2009 hatte der Landschaftsverband in einem Gutachten dargelegt, dass die grüne Oase rund um die Villa der Bayer-Gründer unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Recherchen des ehemaligen Denkmalpflegers der Stadt, Peter zum Kolk, hatten ergeben, dass das Berliner Architekturbüro Kayser und von Großheim nicht nur die Villa im Park errichtete, sondern von Kommerzienrat Arthur Meckel auch den Auftrag zur Gestaltung des Parks erhalten hatte. Das renommierte Büro war einmal Kandidat für den Bau des Reichstags.

Bayervilla, der dazugehörige Gartenpavillon und das bereits 1831 erwähnte Haus Grunewald nahe dem Rosenhof komplettierten den Park. Die Villa wurde 1899 erbaut und 1910 von dem Geheimen Kommerzienrat Friedrich Bayer erworben, dem Sohn des Mitbegründers der Bayer-Werke. Sie diente der Familie als Sommerhaus.