1. NRW
  2. Städte
  3. Erkrath

Erkrather Grüne fordern: Kulturelles Leben aufrecht erhalten

Ältere und Alleinlebende in Erkrath vereinsamen : Grüne fordern: Kulturelles Leben aufrecht erhalten

Von der Stadt erwarten sie jetzt kreative Lösungen wie Online-Veranstaltungen, Freiluft-Kleinkunst und virtuelle Führungen. Haushaltsmittel dafür seien durch die ausgefallenen Veranstaltungen ja vorhanden.

(hup) Für Kulturschaffende und das dazugehörige Publikum ist der November-Lockdown der zweite Super-GAU im Corona-Jahr. Das kulturelle Leben ist durch Restriktionen, die der Bekämpfung der Corona-Pandemie dienen, über weite Teile zum Erliegen gekommen. In Erkrath geplante städtische Veranstaltungen, egal ob Theater, Lesungen oder Konzerte, hätten als Begegnungen in großen Gruppen stattgefunden und auch bei den Ausstellungen oder den Kursen der Volkshochschule ist es oft nicht möglich, die geforderten Abstände einzuhalten. Den Erkrather Grünen bereitet dieser Stillstand Sorge. „Die Coronasituation geht mit einer Verarmung des kulturellen Lebens in der Stadt einher. Das ist problematisch, denn besonders ältere und alleinlebende Menschen sind von Vereinsamung bedroht. Die Absage von Kulturveranstaltungen nimmt ihnen die Chance der Teilhabe und mindert ihre Lebensqualität. Zudem verlieren Kulturschaffenden ihre Einkünfte und Aktivitäten“, schreibt Andreas Kuchenbecker, grünes Ratsmitglied und Vorsitzender im städtischen Kulturausschuss, in einer Mitteilung. Von der Stadtverwaltung erwarten die Grünen jetzt ein besonderes Engagement und „kreative Lösungen, die Kulturangebote in angepasster Form aufrecht zu erhalten“, betont Annerose Rohde, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. Es gelte neue, der Situation angepasste Formate zu entdecken und umzusetzen – Online-Veranstaltungen, Haustür- und Freiluft-Kleinkunst, virtuelle Führungen durch Ausstellungen, Autokino. Die Fraktion hat beantragt, dass die Verwaltung in der nächsten Sitzung des Fachausschusses eine Bestandsaufnahme und einen Ideenkatalog dazu einbringt. Haushaltsmittel dafür seien durch die ausgefallenen Veranstaltungen ja vorhanden.

Der Ausschuss für Kultur und Sport kann Corona-bedingt allerdings erst am Mittwoch, 9. Dezember, um 17 Uhr in der Stadthalle an der Neanderstraße tagen. Derzeit werde geprüft, welche alternativen Kulturprogramme für das Stadtgebiet geplant beziehungsweise möglich sind, informiert Stadtsprecher Thomas Laxa. Wegen der Maßnahmen zum Infektionsschutz könnten die Ausschüsse im November nicht wie geplant stattfinden.