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Erkrather Bürgerbus ist und bleibt Erfolgsmodell

Mobilität : Bürgerbus ist und bleibt Erfolgsmodell

Eine Viertel-Million Fahrgäste haben die ehrenamtlichen Bürgerbus-Fahrer in mehr als acht Jahren befördert.

Für Fahrer und Passagiere war das in dieser Woche ein Grund zum Feiern. An der Haltestelle Bouleplatz wurde diese Zahl gebührend gefeiert. Also wurden drei Passagiere rund um die Zahl 250.000 mit drei Blumensträußen und Geschenken geehrt. Die runde Zahl hatte Christine Vavpotic erreicht.

Am Kalkumer Feld wohnt sie. Den Bürgerbus nutzt die 74-Jährige mehrmals pro Woche. „Man kann nur dankbar sein“, sagt sie zu der Einrichtung Bürgerbus und die Fahrer seien „supernett und immer behilflich“. Die 24.9999. Busreisende war Helga Hillesheim und die 250.001. Monika Weber. Kleine Geschenke überreichte Tim Bäumken vom Kooperationspartner Rheinbahn AG.

„Nicht viele Bürgerbus-Unternehmen im Land sind so erfolgreich wie die Erkrather“, sagt Tim Bäumken. Und Bürgermeister Christopf Schultz, der den drei Damen jeweils eine Flasche Sekt überreichte, bezeichnete die Bürgerbus-Gemeinschaft als „Mehrwert für die Stadt“. Viele Fahrer waren zur kleinen Feierstunde auch erschienen. Vereinsvorsitzender Wolfgang Peter sprach neben seinen Grußworten von einer positiven Atmosphäre im Fahrer-Team, von Einvernehmen und guter Stimmung.

„Gescherzt wird nur im Bus“, sagten dazu die Fahrer. Und Heinz-Dieter Kaldewey fügt hinzu: „Man bekommt so viel mehr zurück als man gibt“. 230 bis 260 Runden pro Monat fahren die zwei Bürgerbusse, erklärt Sabine Habel, Fahrerin und Schatzmeisterin des Vereins. Werktags seien es zehn Runden von 8.20 bis 18.40 Uhr durch Erkrath, samstags vier Runden von 9.20 bis 13.20 Uhr.

Mit ihr zusammen fährt auch Ulrike Haug im Männerteam. Und weiter berichtet sie, dass neben den Rentnern acht Berufstätige in der Fahrerriege sind. „Wir brauchen aber dringend noch mehr Fahrer“, fügt sie hinzu. Mit Markus Hucklenbroich konnte erst kürzlich ein jüngerer Fahrer gewonnen werden. Die Rheinbahn schult die neuen Fahrer. Gesundheitschecks müssen regelmäßig wiederholt werden. Zu den begehrtesten Fahrttagen gehört der Freitag, weil da in Erkrath Markt ist. Der ganze Stolz der Bürgerbus-Fahrer ist der neue Mercedes Sprinter mit Panorama-Scheibe, der für 120.000 Euro gekauft und für die Erkrather Erfordernisse umgebaut wurde. Er bietet zum Beispiel zusätzlichen Stauraum für Rollatoren und Einkaufswagen. Außerdem muss beim Einsteigen nur eine Stufe bewältigt werden – eine Hilfe für die Passagiere, die überwiegend aus Senioren besteht. Finanziert hat der Bürgerbus-Verein das zweite Fahrzeug selbst. Gerne hätte er auf ein Elektrofahrzeug umgestellt, doch bis jetzt sei kein passendes auf dem Markt, das mit Automatikgetriebe angeboten wird und nach dem Umbau das gesetzlich zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreitet. Ersteres sehen die Vereinsmitglieder bei der Vielzahl von Fahrern als entscheidenden Punkt, um Getriebereparaturen möglichst gering zu halten; zweites ist Voraussetzung, damit die Ehrenamtlichen den Bus weiterhin mit ihren Pkw-Führerscheinen fahren dürfen.