Erkrath: Taschengeldbörse verbindet Jung und Alt

Erkrath : Taschengeldbörse läuft nur schleppend an

Bei dem generationsübergreifenden Projekt nehmen Ältere den Hilfsservice von Jugendlichen bislang nur bedingt an.

Streng genommen ist es ein generationsübergreifendes Projekt, bei dem es nur Gewinner gibt. Vor acht Monaten initiiert, nimmt die sogenannte Taschengeldbörse, kurz TAB Erkrath genannt, nun allmählich Fahrt auf. An einem Nachmittag im März 2019 gründeten Seniorenrat zusammen mit ihren Kollegen vom Jugendrat dieses Modul.

Die „TAB Erkrath“ ist ein Angebot, das zwei unterschiedliche Personengruppen bedient. Zum einen die Menschen, oft Ältere, die Hilfe benötigen, um alltägliche Dinge zu erledigen. Auf der andere Seite diejenigen, die sich über eine kleinere Finanzspritze freuen. Also bringt die Börse diejeneigen, die Hilfe bei Tätigkeiten wie Rasen mähen, einkaufen oder einer gemeinsamen Plauderei mit Kaffeeklatsch suchen mit denen zusammen, die derlei Unterstützung bieten.

Der demografische Wandel lässt sich in Erkrath deutlich an Zahlen ablesen. Hier leben etwa 16.000 Senioren, also Menschen von mehr als 60 Lebensjahren. Um so erstaunlicher, dass nicht mehr Hilfe in Anspruch genommen wird, bilanziert der Seniorenrat. Manche berichten, sie könnten sich auch „mehr leisten“, manche wollen die jungen Leute nicht ausbooten. Vielleicht fehlt aber auch genug Reklame für das eigentlich sinnstiftende Projekt, bei dem Seniorenrat nebst Jugendrat eine vermittelnde Funktion haben. Prinzipiell geht es auch um den sozialen Gedanken, eben sprichwörtlich für ein Taschengeld zu helfen. Empfohlen ist ein Stundenlohn ab fünf Euro pro geleisteter Tätigkeit. Aber selbstverständlich obliegt die Gestaltung des Entgelts ausschließlich den beiden Vertragspartnern. Beide Beteiligten können einen Rahmen schaffen, der passt. Wichtig dabei ist, dass die TAB keine Konkurrenz zu bestehendem Gewerbe ist. Es sollen beispielsweise nicht Tätigkeiten ersetzt werden, die vom Handwerker zu verrichten sind und der Schüler quasi als „billiger Jakob“ in die Bresche springt.

Den Älteren soll  Arbeit abgenommen werden, damit ihre Lebensqualität gesteigert werden kann. Für die Jugendlichen ist es auch eine Chance zu sehen, was es neben dem Austragen von Zeitungen oder Babysitten für Jobs gibt, um das elterliche Taschengeld aufzubessern. Mehr Informationen im Begegnungszentrum „Hand in Hand“, Sedentaler Straße 16b, Dienstag und Freitag je 17 bis 19 Uhr sowie telefonisch via 02104 9571882.