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Erkrath: Sandheider Abfalleimer mit Graffiti verschönern – ganz legal

Sandheide : Sandheider Abfalleimer mit Graffiti verschönern – ganz legal

Der TSV Hochdahl hat Kinder und Jugendliche zum Sprayen eingeladen – damit der Müll im verzierten Behälter und nicht mehr daneben landet.

(krue) Wer am Freitagnachmittag an den Haltestellen „Sandheider Markt“ ein- und ausstieg, dem zauberte der Anblick der mit Schutzanzug und Masken verhüllten Kinder ein Lächeln ins Gesicht. Sie waren mit Feuereifer und Sprühdosen dabei, den Mülleimern ein fröhliches Outfit zu verpassen.

„Eigentlich sollte die Aktion schon letzte Woche beim Markt der Möglichkeiten durchgeführt werden, aber da war das Wetter zu unsicher. Denn Regen kann man beim Sprayen nicht gebrauchen“, erklärte Ralf Buchholz von der Neanderart Group. Er leitete die Aktion gemeinsam mit Gabriele Klosa vom TSV und Margret Wetzel, die jeden Montag um 15.30 Uhr den Kreativ-Kursus gibt. „Die Kinder sind von allein auf das Thema Umwelt gekommen, inspiriert von der aktuellen Diskussion um die Fridays-for-Future- und die Earth-Bewegung“, erzählt Margret Wetzel. Sie hatte den Kontakt zur rührigen Leiterin des TSV-Integrationsprojekts geknüpft, als sie 2016 mit den Flüchtlingskindern im Bürgerhaus malte und bastelte, um sie zu beschäftigen und von den Erlebnissen der Flucht ein wenig abzulenken. Unter den Jugendlichen, die regelmäßig die Angebote des TSV nutzen, ist auch Leon, der von der Grafitti-Aktion in seinem Stadtteil (er wohnt in der Sandheide) genauso begeistert ist wie die Frau, die auf dem Weg zum Bus spontan stehen bleibt, als sie Gabriele Kloase entdeckt. „Mein Sohn Nikolai ist jahrelang zum TSV gegangen und sagt heute mit 24 Jahre noch oft, dass das die beste Zeit seiner Kindheit gewesen ist“, schwärmt sie.

„Deswegen mache ich die Arbeit nun schon seit 22 Jahren so gern“, freut sich die Leiterin des TSV-Kinder- und Jugendzentrums im Bürgerhaus. Inzwischen hat der zweite von sieben Mülleimern, denen der Leiter der Künstlergruppe Neanderart bereits am Aktionstag den farbigen Grundanstrich verpasst hat, seine Verzierung bekommen, einen Hasen mit Mohrrübe. „Die Konturen der Möhre macht ihr lieber mit dem Fineliner. Dann hebt sie sich besser ab“, erklärt Buchholz der 15-jährigen Mary, die wie Josy (17) und die drei Jahre jüngere Jacky bereits einige Erfahrung im Zeichnen hat.

„Ich habe mir die richtige Strichführung selbst beigebracht. Dazu habe ich gut drei Jahre geübt, indem ich alle möglichen Motive abgezeichnet habe, vor allem Mangas“, berichtet sie. Die Sandheider Bewohner können sich dank Buchholz und der Schablonen, die Margret Wetzel nach den Vorgaben der Kinder angefertigt hat, aber vor allem wegen des kreativen Einsatzes der acht Jugendlichen über einen tollen Anblick freuen, wenn sie in Zukunft (hoffentlich) jedes Bonbonpapier oder jede Zigarettenkippe in einen phantasievoll gestalteten Mülleimer in der Sandheide werfen.