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Erkrath: Pilz vernichtet Eschen

Neue Aspekte des Waldsterbens : Pilz bedroht Erkather Eschen

Rund 30 Eschen sind im Neandertal befallen. Gegen den agressiven Pilz gibt es bislang keine Mittel.

Bis zu 40 Meter hoch und 300 Jahre alt kann die Esche, ein in deutschen Wäldern und Gärten einheimischer Laubbaum, werden. Doch viele junge und mittelalte Bäume werden weder diese Ausmaße noch das ein solch stolzes Alter erreichen. Das verhindert ein unscheinbarer Pilz namens Falsches Weißes Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus). Der aus Ostasien stammende Pilz trat vor gut 15 Jahren das erste Mal auf. Er befällt zuerst die Blätter, die sich daraufhin schon im Frühsommer braun färben. Dann geht er ins Mark über, es bilden sich Geschwüre an Ästen und Stamm aus, die die Wasserversorgung unterbrechen, so dass schließlich der ganze Baum abstirbt. Zudem befallen die geschwächten Bäume oft auch andere Schädlinge wie der Hallimasch, ebenfalls ein Pilz, oder der Eschenbastkäfer.

Auch die imposanten Eschen, die an dem Wanderweg vom Thekhaus hinab ins Neandertal stehen, sind von diesem aggressiven Pilz betroffen, gegen den noch kein biologisches oder chemisches Mittel gefunden wurde. „Erst vor kurzem hat Marvin Stiehl, der für das Revier verantwortliche Förster von Wald und Holz NRW, alle Eschen im Neandertal begutachtet und deren Zustand aufgenommen“, berichtete Wolfgang Sternberg beim Ortstermin am vergangenen Mittwoch.

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„Rund 30 Eschen sind im ganzen Neandertal befallen. Gefällt werden müssen zwingend aber nur die, die direkt an den Spazierwegen stehen“, so der Vorsitzende der Erkrather Ortsgruppe des Naturschutzbundes Nabu. Wie alle Waldbesitzer unterliegt auch der Naturschutzverein Neandertal, der Besitzer des Waldes, der Verkehrssicherheitspflicht und muss daher die umsturzgefährdeten Eschen fällen lassen.

Dafür werden die betroffenen Bäume mit roter Forstfarbe gekennzeichnet und zusätzlich in einen Plan eingezeichnet. „Damit die Forstarbeiter auch keine gesunden Bäume fällen“, erklärt Wolfgang Sternberg das weitere Procedere. Nachdem ein Befall festgestellt wurde, hätten die Waldbesitzer drei bis sechs Monate Zeit, um die Bäume fällen zu lassen, die nicht mehr standsicher seien so der Nabu-Experte.

Ein Befall mit dem Falschen Weißen Stengelbecherchen ist so tückisch, weil eine erneute Infektion nicht vermieden werden kann, indem man befallene Äste abschneidet. Der Pilz verbreitet sich durch Sporen, die durch die Luft fliegen. So können die Bäume theoretisch jedes Jahr aufs Neue befallen werden. Daher seien bereits rund 90 Prozent der Eschen-Bestände in NRW betroffen, schätz der Landesbetrieb Wald und Holz.

Auch Wolfgang Sternberg ist skeptisch, ob die heimische Esche noch zu retten ist. „Wichtig finden wir vom Nabu nur, dass man es der Natur überlässt, welche Bäume sich anstelle der Eschen an dem frei gewordenen Standplatz ansiedeln.“ Gar nichts hält er davon, nicht heimische Bäume anzupflanzen. „Ich hoffe, dass die Folgen des Klimawandels auch in dieser Beziehung zu einem Umdenken führen.“