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Erkrath: Kinder berichten von ihren Problemen

Erkrath : Kinder berichten von ihren Problemen

Müll, Staus, Drogen: Zwei Stunden lang hatten 60 Mädchen und Jungen Zeit, dem Bürgermeister zu berichten, wo sie der Schuh drückt.

Auf Augenhöhe mit dem Bürgermeister der Stadt Erkrath Christoph Schultz, tagte jetzt das Kinderparlament zum ersten Mal in der Stadthalle. Der Bürgermeister kam in Begleitung mehrerer Verwaltungsmitarbeiter, darunter Ulrich Schwab-Bachmann, dem zuständigen Ressortleiter unter anderem für Schulen. Zwei Stunden lang dauerte die Sitzung, an der 60 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren aller Erkrather Schulen teilnahmen – diszipliniert, ernsthaft und gut vorbereitet.

Die Sozialpädagogin der Stadt Erkrath, Gabriele Mahnert, hatte dieses Mammutprojekt zusammen mit den Schulleitern, den Klassenlehrern und den Kindern vorbereitet. Jede 3. und 4. Klasse der Erkrather Grundschulen und die Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen hatte ein Kind entsandt. Beschwerden und Anregungen waren vorher in den Klassen erarbeitet worden.

Mit großer Geduld, Respekt und Verständnis beantwortete Christoph Schultz alle Fragen. Er hatte die jüngste und die vermutlich älteste Grundschülerin rechts und links neben sich platziert. Es waren Mathilde Lingrün (die älteste) und Raya Renée Zarnekow (die jüngste).

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Zuweilen musste der Bürgermeister darauf aufmerksam machen, dass nicht er die Verantwortung für bestimmte Probleme trage, sondern die Schule. An anderer Stelle bedankte er sich für Hinweise und versprach Abhilfe oder Begutachtung durch städtische Mitarbeiter. So empfahl zum Beispiel Laura Bundschuh von der Sechseckschule in Trills, dass viel mehr Schulkinder die „tollen“ Angebote des Naturschutzzentrums Bruchhausen in Anspruch nehmen sollten. „Das ist eine gute Idee. Wir werden das weiterempfehlen“, antwortete der Bürgermeister.

Viel Raum nahmen Beschwerden über die Zustände in den Schultoiletten ein. Alle Kinder sind sich einig, dass die mangelnde Sauberkeit für alle ein Problem ist. Die Parlamentarier berichteten aber auch, dass die Schulleitungen sich allerhand einfallen lassen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Andere Beschwerdethemen wie schlechte Beleuchtung auf dem Schulweg, Rauchen, der Konsum von Drogen sowie Vermüllung von Schulhöfen und Spielplätzen kamen ebenfalls zur Sprache und wurden vom Bürgermeister notiert. Er versprach, die Ordnungshüter darauf aufmerksam zu machen.

Ein Junge beschwerte sich, dass er immer zu spät zur Schule komme, weil die Straßensperren am Erkrather Berg regelmäßig Stau verursachen. Bürgermeister Schultz berichtete von Problemen mit den Trinkwasser- sowie von neuen Erdgasleitungen. Die Arbeiten sollen bis Ende Februar beendet sein.

Auch von Belästigungen auf dem Schulweg durch Erwachsene und Jugendliche berichteten die Kinder. Sie hätten erlebt, dass Autos anhielten und sie zum Mitfahren aufforderten. Werner Meier vom Erkrather Jugendamt ermahnte die Kinder, sofort mit Eltern und Schule darüber zu sprechen. Bei Bedarf stehe auch eine Mitarbeiterin des Jugendamtes zur Verfügung.