Erkrath: "Initiativkreis pro Naturraum" gegründet

„Initiativkreis pro Naturraum“ : Mehrere Bürgerinitiativen stellen sich gegen Flächenfraß

Nicht nur am Amazonas, sondern direkt vor unserer Haustür schreitet die Naturzerstörung immer weiter voran. Immer mehr Bürger beklagen, dass der Flächenverbrauch gerade in unserem wohlhabenden Land unvermindert voranschreitet.

Jetzt wurde der „Initiativkreis pro Naturraum“ gegründet. Mit dabei sind schon jetzt die Gruppe „Neanderhöhe“ (Erkrath), „Osterholz bleibt“ (Wuppertal und Haan) sowie „Rettet das Ittertal“ (Solingen, Haan und Wuppertal). Die Erkrather kämpfen gegen die Ausweitung des Gewerbegebietes. Die „Osterholz“-Gruppe wendet sich gegen die Pläne des Kalkunternehmens Oetelshofen, für die Erweiterung einer Abraumhalde mehrere Hektar Wald zu opfern. Und die Ittertal-Initiative tritt gegen Gewerbegebietspläne im Umkreis des Naturraums Ittertal zwischen Solingen und Haan ein.

Städtische Haushalte finanzierten sich zum großen Teil durch Gewerbesteuereinnahmen, so dass die Kommunen im Wettstreit um ansiedlungswillige Unternehmen sind, schreibt Initiativen-Sprecher Christian Robbin. „In der Folge werden von jeder Kommune immer wieder neue Gewerbegebiete ausgewiesen. Es kommt zu einem Ausverkauf unserer Freiflächen und zur Zerstörung noch vorhandener Biotop-Verbünde.“ Flächenschonung und Rückgewinnung von Flächen, also die Wiedernutzung von industriellen Brachflächen, fänden nicht hinreichend statt.

Gegen den fortschreitenden Grünflächenverbrauch durch kommunale Konkurrenz haben sich jetzt in Solingen mehrere Bürgerinitiativen aus dem Gebiet des Regionalplans Düsseldorf zu einem interkommunalen Initiativkreis zusammengeschlossen. Es sollen Erfahrungen ausgetauscht und in der Region eine vernünftige ressourcenschonende Stadt- und Regionalentwicklung angestoßen werden. Weitere Bürger und Initiativen sind eingeladen, sich dieser Gruppe anzuschließen; Kontakt über die Internet-Adresse „ik-pro-naturraum.de“.

Meist sind die Hintergründe ähnlich oder sogar gleich. Der Initiativkreis möchte daher der Natur und den Anliegen der Bürgern eine größere Lobby bieten, damit deren Anliegen auch bei überörtlichen Stellen Gehör finden und der Flächenverbrauch sichtbar wird.