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Erkrath: Grüne fordern Stadt zu mehr Einsatz für Klimaschutz auf

Diskussion im Ausschuss für Jugendhilfe : Grüne fordern Stadt zu mehr Einsatz für Klimaschutz auf

Während der Rat auf dem Papier die CO-2-Minderungsziele gerade verschärft und den Klimanotstand ausgerufen habe, handele die Stadt in der Praxis gegenteilig, kritisieren jetzt die Grünen. Jüngstes Beispiel sei der geplante Neubau einer Kindertagesstätte an der Karlstraße in Alt-Erkrath, für den die Grünen vergangene Woche Klimaneutralität in Passivbauweise oder mindestens die Errichtung nach dem energetischen Standard KfW 40 beantragt hatten – ohne Erfolg.

Denn wie Bürgermeister Christoph Schultz waren auch alle anderen Ratsparteien der Ansicht, dass bereits beschlossenen Bauprojekte nicht mehr verzögert werden dürften, um, wie es die Grünen fordern, alle aktuell möglichen Einsparpotenziale von Energie abzuklopfen. In dem Zusammenhang verwies die Stadt auch auf höhere Honorare für die Planer, die das mit sich bringe.

Es gebe zudem schon einen Rückstand bei Projekten, sagte Schultz. Die Stadt müsse dranbleiben und beschlossene Vorhaben fortsetzen. Die neuen Kitas ersetzten schließlich ältere mit viel schlechterer Energiebilanz. Detlef Ehlert (SPD) wunderte sich über den Zeitpunkt des Grünen-Antrags: „Warum kommen sie erst jetzt damit um die Ecke, wenn schon alles beschlossen ist?“ Auch Christian Ritt (BmU) sieht keinen Anlass, noch einmal in die Überprüfung einzusteigen: „Wir können nicht erst Gas geben beim Kitabau und gleich wieder bremsen.“ Aber die Grünen blieben hartnäckig und erklärten, das Argument Zeitdruck greife nicht, da der Bedarf an Kitaplätzen in Alt-Erkrath gedeckt sei. Und bemängelten: „Wenn die Stadt nicht einmal bei Neubauten fortschrittliche Energie- und Klimaschutzstandards anwendet, werden wir die selbst gesetzten Klimaschutzziele nie erreichen.“

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Als ökologisch mustergültig gelten hingegen die Pläne für die abgebrannte Kita Lummerland in Kempen, die in Holz-Rahmen-Bauweise wieder auferstehen und vier Gruppen auf zwei Etagen beherbergen soll, üppiger Außenspielbereich inklusive. Es handele sich um ein „hoch nachhaltiges und energetisch durchdachtes, energieeffizientes Projekt“, erklärte Architekt Gottfried Meerkamp, der schon Kitas dieser Art in der Nachbarstadt Mettmann errichtet hat, im Jugendhilfe-Ausschuss. Die Verwendung von vorwiegend Holz als Material biete zudem den Vorteil, dass schneller gebaut werden könne. Das Gebäude werde sowohl mit einer Einbruch- als auch mit einer Brandmeldeanlage versehen. hup