Engagement in Erkrath Franziskus-Hospiz hat viele prominente Botschafter

Erkrath · Bürgermeister, Landrat, Abgeordnete, Handwerker – sie alle kommen viel herum und können anderen die Berührungsängste nehmen. Die Einrichtung in Trills hat einen ausgezeichneten Ruf.

Von vorne nach hinten: Michaela Noll, Sandra Pietschmann, Axel Nölling, Wido Weyer, Christoph Schultz und Thorsten Schmitz sind Hospiz-Botschafter.

Von vorne nach hinten: Michaela Noll, Sandra Pietschmann, Axel Nölling, Wido Weyer, Christoph Schultz und Thorsten Schmitz sind Hospiz-Botschafter.

Foto: Sabine Maguire

Ein Freund lag im Sterben und für die Familie war klar: Wir gehen alle nochmal hin. Auch die damals zehnjährige Tochter von Sandra Pietschmann wollte sich unbedingt verabschieden. Ist das Hospiz ein guter Ort für ein Kind? Was erwartet uns dort?

Wenn Mettmanns Bürgermeisterin sich an den Besuch in Trills vor vielen Jahren erinnert, kommt ihr vor allem das in den Sinn: „Es war herzlich und liebevoll.“ Am Bett des Freundes stand ein Zitronenjoghurt und der Mann klärte gleich auf: Das sei seine Lieblingssorte und er bekomme sie jeden Tag. Noch immer sprechen die Pietschmanns über das Erlebte, die anfängliche Furcht vor dem „Sterbehaus“ ist längst verflogen. Mit dem Hospiz verbunden fühlt sich auch Christoph Schultz. „Es ist ein Ort des Lebens“, sagt der Erkrather Bürgermeister über das Franziskos-Hospiz, dem er sich seit Beginn seiner Amtszeit eng verbunden fühlt.

Es sind Geschichten wie diese, die von den Hospizbotschaftern weiter erzählt werden sollen. Dazu gehören nicht nur Sandra Pietschmann und Christoph Schultz, sondern auch Landrat Thomas Hendele, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Michaela Noll und noch drei weitere „Multiplikatoren“, die das Hospiz als Botschafter gewinnen konnte. Allen gemein ist: Sie kommen viel herum und können anderen die Berührungsängste nehmen.

Dabei dürfte es durchaus eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein, denn das Franziskus-Hospiz in Trills ist das größte Hospiz in NRW und das zweitgrößte in Deutschland. Das stationäre Hospiz, das Tageshospiz, die Palliative-Care-Teams und der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst: Es gibt längst eine breite Palette an Angeboten. Um jenseits der Pflege und medizinischen Betreuung der Hospizgäste auch deren Angehörige betreuen oder auch Umbauten stemmen zu können, ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen.

Hospizleiterin Silke Kirchmann ließ es sich nicht nehmen, aus den Dankesbriefen von Gästen und Angehörigen zu zitieren. Dort liest man Sätze wie diese: „Hier ist so viel los, da hat man gar keine Zeit zu sterben.“ Oder auch: „Am Ende war es für meinen kleinen Sohn nochmal richtig gut.“ So etwas im Herzen mit sich zu tragen und es weiterzugeben an andere – das wollen nun die Hospizbotschafter tun.

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