Traditionsbetrieb in Erkrath Leidenschaft für Wurst liegt in der Familie

Erkrath · In dieser Familie ging es immer um die Wurst. Die Hantens haben inzwischen drei Metzgermeister in der Familie. Der 24-jährige Marius hat gerade seine Prüfung bestanden. Die Familientradition wird so fortgesetzt.

 Drei Generationen in einem Betrieb: Marius, Klaus und Dirk Hanten.

Drei Generationen in einem Betrieb: Marius, Klaus und Dirk Hanten.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Drei Generationen Metzgermeister – mit diesem beeindruckenden Qualitätsmerkmal des Handwerks kann sich der Familienbetrieb Hanten an der Neanderstraße schmücken: Gerade hat der 24-jährige Marius in Augsburg seine Prüfung bestanden - als einer unter den fünf Besten.

Vater Dirk, der das Geschäft und den dazu gehörigen Catering-Service zurzeit führt, und Opa Karl sind gleichermaßen stolz auf den jüngsten Meister-Spross. Der ist gerade Urlaubsvertretung für einen der zwei Gesellen, die neben Vater Dirk in der betriebseigenen Wurstküche herstellen, was im Laden verkauft wird. Bevor der Jungmeister endgültig in die heimische Metzgerei einsteigt, möchte er in anderen Betrieben weitere Erfahrung sammeln. „Ich habe wie mein Vater in der Metzgerei Klöpfer in Düsseldorf meine Ausbildung gemacht. Mein Vater war damals sein erster, ich bin sein letzter Auszubildender gewesen, bevor er in den Ruhestand gegangen ist“, verrät der sympathische 24-jährige eine der Parallelen, die sich zum Werdegang seines Vaters zeigt.

„Während ich die Meisterschule besucht habe, habe ich in Heidenheim gearbeitet. Da war auch mein Vater schon, um Erfahrungen ‚in der Fremde‘ zu sammeln. Hier hat er auch meine Mutter kennengelernt. Meine Schwester und ich sind hier geboren.“ Und einige Spezialitäten hat Vater Dirk von dort mitgebracht, wie den Leberkäse. „Viele Metzger verwenden für ihren ‚Leber‘-Käse einfache Fleischwurst. Das kommt bei uns nicht in Frage“, so der Chef, der nicht nur bei der Leberkäse-Herstellung Wert auf hochwertige Zutaten legt. So werden über die „Heiße Theke“ der Metzgerei neben diesem Klassiker auch jede Menge Frikadellen verkauft, der „zweite Renner nach hauseigenem Rezept“.

Ein wenig wehmütig wir den Hanten-Männern beim Blick auf die verwaisten Tische in der „Neanderhöhle“, wie der Sitzbereich heißt. „Vor Corona haben hier oft die Besatzungen von zwei Müllwagen ihre Frühstückspause verbracht“. Nun gibt es diese Spezialitäten oder auch das Tagesgericht, das der „hauseigene“ Koch jeden Tag in der „Wurstküche“ frisch kocht, zum Mitnehmen.

Da Corona-bedingt auch das Catering-Geschäft nicht läuft wie sonst, haben sich die Hantens Einiges einfallen lassen, um Umsatzeinbußen entgegenzuwirken. „Wir werden die Garage neben unserem Geschäft zum Kühlhaus umbauen und dort demnächst Rinder ‚trocknen‘, um unser eigenes ‚Dry-Aged‘-Fleisch herstellen zu können“, verrät Marius Hanten. Wie schon sein Vater und Großvater, der vor 50 Jahren seine Prüfung gemacht und noch seinen „Goldenen Meisterbrief“ erhalten wird, übt auch der jüngste Hanten-Spross seinen Beruf mit Leidenschaft aus: „Wir setzen bewusst auf hochwertiges Fleisch aus der Region. Und mit ‚Region‘ meinen wir wirklich die unmittelbare Umgebung.“ So bezieht die Metzgerei ihr Fleisch und Geflügel von Höfen im Neandertal und in Heiligenhaus. Außerdem grast ihre eigene bald neunköpfige Herde Longhorns am Steinhof, eine der Kühe wird demnächst kalben.

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