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Erkrath: Dieses bescheuerte Herz in Erkrath

Kulturgenuss in Erkraths Stadthalle : Gemischte Resonanz auf „Dieses bescheuerte Herz“

Die Bühnenadaption des gleichnamigen Romans von Daniel Meyer, der 2018 bereits als Kinofilm Erfolge feierte, war jetzt in Erkrath zu erleben.

Auf geteilte Kritik stieß die Tragikomödie „Dieses bescheuerte Herz“, das jetzt in der Stadthalle in Erkrath aufgeführt wurde. Einige gingen bereits in der Pause, weil ihnen die „Komödien-Elemente“ in dem Stück, das auf dem Schicksal des Herzkranken Daniel Amed beruht, fehlten.

Die meisten Zuschauer zollten den sechs Darstellen verdienten Applaus. Vor allem die jüngeren Besucher waren begeistert. Aber auch Stammgäste mit Abo waren besonders vom Spiel des 31-jährigen Hauptdarstellers, dem in Meerbusch geborenen Dennis Boland, angetan: „Beeindruckend, wie intensiv er die schwere Rolle eines totkranken Jugendlichen verkörpert“, so ihr Kommentar, den ihre Freundin ergänzte: „Diese Emotionen von ‚himmelhoch-jauchzend‘ bis zu, im wahrsten Sinne ‚zu Tode betrübt‘, zwischen einem wütenden, mit dem Schicksal hadernden bis zum kindlich-albernen Teenager zu spielen, das war großartig.“ Gegen ihn blieb Armin Riahi, der Darsteller des Lars, des 30-jährigen Gelegenheits-Autors aus reichem Elternhause, der noch immer nach dem Sinn seines Lebens sucht, eher blass. Ihn überredet Daniels Betreuerin im Hospiz, Zeit mit dem totkranken Jungen zu verbringen. Präsenter war da schon Marina Lötschert als Daniels Mutter, die aus übermächtiger Angst und Verantwortungsgefühl schon einmal unangemessen auf die Wutausbrüche ihres pubertierenden Sohnes ob seines Schicksals reagiert.

Störend empfanden einige ältere Zuschauer, dass die Musik die Textpassagen überlagerte, in denen aus der Buchvorlage gelesen wurde, um die Handlung voranzutreiben. Auch leicht psychedelisch anmutende Traumsequenzen, in denen der Junge die schmerzhaften Operationen nachträumt, forderten Geduld und Vorstellungskraft von den Zuschauern.

(krue)