Energie in Erkrath BmU sieht Lücken in Fernwärme-Strategie

Erkrath · Fraktionschef Bernhard Osterwind kritisiert den Kauf von gasbetriebenen Blockheizkraftwerken. Die Ratsmehrheit habe beschlossen, obwohl noch viele Fragen ungeklärt seien.

 Die Blöcke im Heizkraftwerk Hochdahl sollen auf Erdgasbasis modernisiert werden. Die kritisieren die Bürger mit Umweltverantwortung.

Die Blöcke im Heizkraftwerk Hochdahl sollen auf Erdgasbasis modernisiert werden. Die kritisieren die Bürger mit Umweltverantwortung.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

In der Diskussion über die Zukunft der Hochdahler Fernwärme ist weiterhin keine Annäherung erkennbar. Das wird anhand einer Mail der Bürger mit Umweltverantwortung, BmU, deutlich. Darin werden vor allem die Erkrather CDU und die SPD dafür kritisiert, dass sie aus Gründen der Versorgungssicherheit dem Kauf von Erdgas-betriebnen Blockheizkraftwerken zugestimmt haben. Die BmU hatte Anträge von den Grünen und der FDP unterstützt, nicht in Erdgas zu investieren oder wenigstens ein halbes Jahr auf den nächsten Förderzeitraum zu warten. Diese Anträge waren von einer Ratsmehrheit abgelehnt worden. 

Nach Auskunft von Stadtwerkechef Gregor Jeken – auch im Interview mit unserer Redaktion – sei diese Investition als Zwischenschritt notwendig. Zu einem späteren Zeitpunkt soll demnach die Fernwärme in Erkrath aus erneuerbaren Energiequellen befeuert werden.

Im Gegensatz dazu kritisiert der BmU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Osterwind, dass für rund zehn Millionen Euro Blockheizkraftwerke für Hochdahl angeschafft werden sollen, die gegenüber den bestehenden Anlagen eine um 25 Prozent höhere Leistung haben. Die BmU schreibt, dass es immer noch keinen Plan gebe, wie die Fernwärmeversorgung von Hochdahl in den nächsten Jahren umgestaltet werden solle. Obwohl von Grünen, FDP und BmU immer wieder eingefordert, fehle ein Gesamtkonzept für die Dekarbonisierung. Ein Gutachten zu Geothermie sei in Arbeit. Allerdings sei unklar, inwieweit andere Alternativen geprüft werden. Die BmU nennt Biomasse, Photovoltaik plus Abwasser-Wärmepumpe als Beispiele. Zudem wissen man nicht, wie die Leitungsverluste von 17 Prozent verringert werden können. Außerdem fehlten eine Kostenanalyse sowie Überlegungen hinsichtlich Rendite und fairer Preisgestaltung für die Verbraucher in Erkrath. Osterwind bemängelt: „Im Gegensatz zu anderen Fernwärme-Anbietern in Deutschland kann man in Hochdahl nicht erfahren, was die Fernwärme 2023 kosten wird.“

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