Leben in Erkrath Ein Buch als historische Schatzkiste zu Hochdahl

Erkrath · Gerade noch rechtzeitig zum Fest hat Herbert Bander sein Hochdahler Heimatbüchlein vorgelegt. Es ist ein Fundus mit 29 Geschichten und vielen historischen Fotos.

Herbert Bander präsentiert sein „Hochdahler Heimatbüchlein“.

Herbert Bander präsentiert sein „Hochdahler Heimatbüchlein“.

Foto: Dirk Neubauer

Dem alten Millrath, Bruchhausen und Trills gilt sein Interesse. „Hochdahler Heimatbüchlein“ hat Heimatforscher Herbert Bander sein neustes Buch genannt. Wohl wissend, dass es sich um ein ausgewachsenes Werk handelt. Stabiler dunkelblauer Einband, 170 Seiten geballte Heimatkunde – diese Arbeit ist kein „Büchlein“, sondern ein Schatz. Was den Band neben den kundigen Texten außerordentlich macht, sind die historischen Fotos.

Und auch dabei zeigt sich die Menschen- und Heimatliebe des 84-jährigen Autors. Beim Durchblättern bleibt er an einem Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahr 1949 hängen. Es zeigt eine Mädchengruppe der Katholischen Pfarrgemeinde Hochdahl vor dem Hauptportal des Kölner Doms. Ohne zu zögern kann Bander aus der 47-köpfigen Personengruppe all jene Frauen benennen, die noch heute in Hochdahl wohnen. Geheimdienste bräuchten hierfür ein aufwändiges Gesichtserkennungsprogramm. Herbert Bander holt Anekdoten und Querverweise und Namen aus dem Kopf.

Im Jahr 2001 ist Bander in Pension gegangen, nachdem der Verwaltungsmann lange das Erkrather Jugendamt geleitet hat. Sprichwörtlich zur Ruhe wollte er sich nicht setzen. Im Jahr 2007 erschien sein erster Textbeitrag im Lokal-Anzeiger, dessen Redaktion um regelmäßige heimatkundliche Beiträge gebeten hatte. Der erste Text steht im Heimatbüchlein ganz vorn und beschäftigt sich detailliert mit der „Bayer-Villa“, also dem Landhaus, das Kommerzienrat Arthur Meckel aus Wuppertal im Jahr 1899 erbauen ließ. Der Bogen der chronologisch, nicht thematisch geordneten Texte spannt sich bis hin zu einem Beitrag über „Das Kalksteinwerk in Bruchhausen“.

„Das Heimatbüchlein versammelt noch einmal alle Texte, die ich über all die Jahre hinweg geschrieben habe“, sagt Herbert Bander. Ab Seite 129 folgen zunächst historische Klassenfotos aus den fünf Hochdahler Schulen und dann jede Menge fotografischer Schätze, die aus der Fotosammlung des Eisenbahn- und Heimatvereins Hochdahl stammen. Manfred Janssen und Hans Zerwas werden hier von Bander als Mitstreiter benannt. Und ebenso würdigt er die Hochdahler Literaten mit Forscher- und Erkenntnisdrang. Horst Wangerin, Uwe Berndt, Hanna Eggerath, Meinhard Sucker und H. Dietz haben sich mit Herbert Bander auf ein Foto am Hochdahler Markt getroffen.

In einigen Tagen soll das Hochdahler Heimatbüchlein dort in der Buchhandlung Weber für einen Stückpreis von 24,90 Euro zum Verkauf ausliegen. Bei der Höhe der Erstauflage von 200 Exemplaren hat sich Herbert Bander bescheiden gehalten. Er sei Mitglied in zahlreichen Hochdahler Vereinen und Gruppen, seine Arbeit sei all die Jahre zur Kenntnis genommen worden. Allzu viel Feedback habe es allerdings nicht gegeben.

In Bezug auf das Hochdahler Heimatbüchlein wäre diese Distanz allerdings sträflich. Denn hier gibt es Heimatgeschichte und Heimatgeschichten aus erster Hand und konzentriert. Für alle Hochdahler – ob neu hinzugezogen oder alteingesessen – ist es Erinnerung und Erklärung für die Zusammenhänge zugleich. Mit sichtlicher Freude zitiert Hebert Bander auf der letzten Textseite Walter Schimmelbusch, der Ende des 19. Jahrhunderts den Hochdahler so beschrieb: „Nicht sächsisch und nicht fränkisch, nicht bergisch wie der Elberfelder, nicht rheinisch wie der Düsseldorfer, ist er ein außerordentlich glückliches Gemisch.“

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