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Erkraher Supermärkte schützen Kassierer mit Acrylglas-Kabinen

Erweiterte Schutzmaßnahmen : Supermärkte schützen Kassierer mit Acrylglas

In Erkrath kann man – wie gerade überall in Deutschland und der Welt – beobachten: Not macht erfinderisch.

Für Senioren und weitere Bürger, die krankheitsbedingt nicht einkaufen gehen können beziehungsweise sollen, weil sie besonders gefährdet sind, haben neben der „Nachbarschaftshilfe Corona“ auch die Lebensmittel-Geschäfte ihre häufig schon bestehenden Lieferservices verstärkt.

„Wir haben zwei zusätzliche Lieferwagen geliehen. Mitarbeiter, die sonst in unserem Restaurant Essensbestellungen aufgenommen haben, verstärken die telefonische Bestellannahme“, berichtet etwa Christoph Windges, der gemeinsam mit seiner Frau seit Ausbruch der Corona-Krise auf verstärkte Sichermaßnahmen gesetzt hat.

„Alle Mitarbeiter tragen Handschuhe. Schon seit letzter Woche haben wir drei Kassen auf ausschließlich bargeldlose Zahlung umgestellt. Und wir haben, wie bei Rewe Stockhausen auch, Acrylglas-Scheiben zum Schutz der Kassierer anbringen lassen“, sagt Windges. Für die Kunden stehe nach wie vor ein Spender mit Desinfektionstüchern bereit, um die Griffe der Einkaufswagen abzuwischen.

Aus guten Grund steht dieser Spender jetzt allerdings hinter der elektronischen Schranke, wie Miriam Windges erklärt: „Leider haben sich einige Kunden mehrfach bedient und Tücher mit nach Hause genommen, statt damit den Griff des Einkaufswagen zu desinfizieren.“ Doch zahlreiche Erkrather verhalten sich zum Glück vernünftig.

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Die „Nachbarschaftshilfe Corona“, der Zusammenschluss von Kirchengemeinden, Awo, Caritas und SKFM, die Ortsverbände von Johannitern und DRK, der Freundeskreis für Flüchtlinge, der Verein „Du-Ich-Wir“, die Ehrenamtsbörse des Jugend- und Seniorenrates sowie die Erkrather Taschengeldbörse haben ein Faltblatt zur Nachbarschaftshilfe zusammengestellt, das jeder herunterladen kann, um es in der Nachbarschaft in die Briefkästen zu werfen.

Erfinderisch sind auch die ehrenamtlich tätigen Nachhilfelehrer bei „Du-Ich-Wir“. „Wie die Schulen hatten wir noch eine Weile geöffnet, damit sich alle mit Lehr-Materialien eindecken können. Zum Unterrichten selbst haben wir eine Internetplattform geschaffen, über die sich Lehrer und Schüler virtuell verabrede “, erläuert der Vorsitzende Dominik Adolphy.

Auf das Telefon als Hilfsmittel hat sich auch der Freundeskreis für Flüchtlinge verlegt: „An unserer Begegnungsstätte am Europaplatz haben wir Zettel mit Informationen in Deutsch, Arabisch und Farsi aufgehängt, auf denen wir über diese Beratung informieren“, erzählt Dieter Thelen vom Vorstand. Auch an einer Skype-Lösung werde gearbeitet.

Wenn es um die Frage geht, wie man sich beschäftigen kann, falls es doch zur Ausgangssperre kommt, appelliert beisielsweise Sara Willwerth von der Buchhandlung Weber an die Erkrather, auch weiterin lokal einzukaufen. „Auch wir haben einen Online-Shop und sind ebenso schnell wie das Internet-Portal mit dem großen A.“

Dirk Hanten, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei, hat ebenfalls bereits einen Lieferservice, auch wenn sein Geschäft weiterhin geöffnet ist. Ebenso haben zahlreiche Restaurants schon komplett auf Lieferservice umgestellt, wie beispielsweise das Millrather Brauhaus. Sicher werden noch viele Gastronomen nachziehen.