Erkrath: Emils Haselmaus ist tot — vermutlich ein Hitzeopfer

Erkrath : Emils Haselmaus ist tot — vermutlich ein Hitzeopfer

Die Haselmaus, für die sich der Schüler Emil Schwinck aus Hochdahl so vorbildlich einsetzte und sehr viel Lob von unseren Lesern bekam, ist tot. Auf dem Weg zur Tierklinik nach Leverkusen ist sie gestorben.

"Das Tierchen war sehr geschwächt. Wenn es so heiß ist, können auch Mäuse Kreislaufprobleme kriegen", sagt Theodor von Franken. Er muss es wissen. Denn er kümmert sich seit zig Jahren ehrenamtlich um Eichhörnchen, aber mit der Haselmaus kennt er sich auch aus. Er war angerufen worden, um den tierischen Patienten abzuholen.

In Solingen hält er in Privatinitiative eine Pflegestation für kranke und schwache Eichhörnchen vor. Für die Haselmaus aus Hochdahl kam seine Unterstützung leider zu spät. "Wäre das Tier sofort vom Tierarzt behandelt worden, hätte man es eventuell retten können", meint er. Doch als der Hilferuf nach einigen Irrwegen schließlich in Solingen einging, lag die überhitzte Haselmaus schon in den letzten Zügen.

Dabei hatte Finder Emil in einer Blitzaktion sogar noch die nötigen 25 Euro Transportkosten für das Tierchen bei Passanten auf dem Hochdahler Markt gesammelt. "Das Geld nehme ich nur für Benzin", sagt von Franken. Hätte er um die Problematik gewusst, hätte er sicher auf das Geld verzichtet. Christa Becker vom Tierschutzverein Erkrath stellt klar, dass sie nicht alarmiert worden ist. "Wir hätten in so einem Fall natürlich sofort und kostenlos geholfen", sagt sie. Auch das Tierheim Hilden hätte geholfen, weil es über eine Kooperation verpflichtet ist, Fundtiere aus Erkrath zu übernehmen. "Wir sind aber nicht angerufen worden", sagt Monika Wingartz vom Tierheim. "Natürlich holen wir Wildtiere ab, versorgen sie selbst oder bringen sie zum Arzt." Doch nicht jeder weiß in der Aufregung um verletzte Findlinge, was zu tun ist.

Wingatz rät: schnellstens zum Tierarzt bringen. Die behandeln in der Regel kostenlos. Polizei oder Feuerwehr anrufen, die die Tierrettung schicken. Selbst zum Tierheim kommen. Von Franken, der erst im Nachhinein von dem kleinen Drama gehört hat, ist gerührt. "Ich möchte Emil für sein Engagement mit einem Geschenk belohnen", sagt er. Ein Besuch seiner Pflegetieren ist natürlich auch drin.

(RP)
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