Einkäufe besser planen: So kann jeder Abfälle reduzieren

Einkäufe besser planen : Wie jeder Abfälle reduzieren kann

Volkshochschule und städtische Abfallberatung bieten Vorträge mit Tipps und Workshops an. Es geht vor allem darum, Plastikmüll und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

„Verwenden statt verschwenden! Und was können wir tun?”, so lautet der Titel eines Workshops, der am 22. Juni im Bürgerhaus stattfinden wird. Er ist der Abschluss einer Reihe, die die Erkrather Volkshochschule gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsberater Karl-Heinz Ott ausgearbeitet hat. Er hielt jetzt auch einen Vortrag dazu in der Stadtbücherei Hochdahl mit dem Titel „Besser verwenden als verschwenden” – und wartete mit erschreckenden Fakten auf.

„Weltweit wird ein Drittel aller Lebensmittel vernichtet, das sind 1,3 Milliarden Tonnen” war eine der schockierenden Meldungen aus der modernen Lebensmittelproduktion. „Bereits beim Anbau, der Ernte und dem Transport entstehen diese als Verlust geführten Abgänge. Als Verschwendung wird der Teil bezeichnet, der im Handel, bei den Konsumenten, zum Beispiel in Kantinen oder im Gastrobereich, aber vor allem bei uns zu Hause im Müll landet.”

Ott gab auch Tipps, wie jedermann zur Reduzierung dieser Verschwendung beitragen könne: „Einkäufe gut planen und nicht zu große Mengen kaufen, sich über die richtige Lagerung von Lebensmittel informieren, aus Resten neue Gerichte kreieren, eigene Verpackungen wie Dosen, Papiertüten oder Stoffbeutel verwenden statt immer eine neue Plastiktüte nehmen”.

Auch die gut besuchte Veranstaltung, zu der Abfallberaterin Helga Willmes-Sternberg jetzt ins Naturschutzzentrum Bruchhausen eingeladen hatte, befasste sich mit dem Thema Nachhaltigkeit im Umgang mit begrenzten Ressourcen. Zu Gast war Daniel Viebach, der einen praxisbezogenen Vortrag zu „Zero Waste” hielt, übersetzt „Null Abfall“. Ohne erhobenen Zeigefinger klärte er die Besucher darüber auf, wie sich vor allem Plastikmüll vermeiden lässt. „Ich will sie hier zu nichts erziehen oder Ihnen ein schlechtes Gewissen machen, wenn Sie nicht alles umsetzten. Aber jedes Stück Plastik, das wir sparen, gelangt nicht über unsachgemäßes Entsorgen in unsere Meere, bleibt unverrottet Jahrzehnte am Meeresboden und lässt Fische verenden, die die Reste in großen Mengen aufnehmen. So gelangt Mikroplastik schließlich auch in unseren Organismus.“

Er stellte die Nachhaltigkeitsregeln vor, die die Vereinten Nationen aufgelegt haben. „Wenn sich jeder nur einem dieser Bereiche annimmt, ist der Welt im Ganzen geholfen.” Konkrete Tipps zur Vermeidung von Verpackung nannte er auch: Mit einem Leinenbeutel beim Bäcker oder in Hofläden, einkaufen und an der Obsttheke die wieder verwend- und waschbaren Beutel benutzen, die auch die örtlichen Lebensmittelhändler wie Edeka und Rewe anbieten.

Ott und Viebach bedauerten in ihren jeweiligen Vorträgen, dass es noch keine Foodsharing-Filiale in Erkrath gebe. Die Organisation ist im Juni aber beim Workshop im Bürgerhaus Hochdahl dabei und kocht aus gesammelten Lebensmitteln ein Essen für die Teilnehmer.

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