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Politik fordert schnelle Abhilfe

Ein Drittel der Flüchtlinge in Erkrath noch ohne WLAN

WLAN ermöglicht Migranten die Kommunikation mit Daheimgebliebenen, das schnellere Erlernen der deutschen Sprache und die eigenständige Suche nach Jobs und Wohnungen. FOTO: dpa / Jan Woitas

Erkrath (hup) Die Bewohner noch nicht versorgter Flüchtlingsunterkünfte sollen so schnell wie möglich Zugang zu freiem WLAN bekommen. Dafür hat sich Erkraths Politik jetzt im Sozialausschuss stark gemacht und von der Stadt bis zur Hauptausschuss-Sitzung am 11. Februar eine Planung eingefordert.

Das Sozialamt hatte berichtet, dass in den städtischen Übergangsheimen derzeit 296 Menschen leben, davon 218 Geflüchtete, 67 Obdachlose und elf Spätaussiedler. Daraufhin hakte Christian Ritt von der BmU nach und wollte wissen, wie es um die WLAN-Ausstattung der Flüchtlingsunterkünfte bestellt sei. Im bereits mehrere Jahre alten Integrationskonzept der Stadt sei vermerkt, dass alle Übergangswohnheime damit versehen werden, so dass Kommunikation und Recherchen mittels Computer und Smartphone erleichtert würden. Daraufhin sagte Sozialamtsleiter Stefan Freiberg, dass zwei Drittel aller Übergangsheimbewohnern versorgt wären und die anderen noch warten müssten. So liege die Unterkunft an der Hochdahler Straße in einem Funkloch, die Stadtwerke hätten aber nicht vor, dort in absehbarer Zeit Glasfaserkabel zu verlegen. Stadtwerke? Glasfaserkabel? Da gab es Stirnrunzeln bei der Politik, die gar nicht an schnelles Glasfaser-Internet, sondern an eine Grundversorgung gedacht hat, die mit Hilfe eines – externen – Telefonie-Dienstleister über jedes einfache Telefonkabel zu haben ist.

Jetzt also kommt Bewegung in die Sache, deren Wichtigkeit Dieter Thelen vom Freundeskreis für Flüchtlinge noch einmal unterstrich: „Viele Frauen, deren familiäre Situation das nicht anders zulässt, sind auf WLAN angewiesen, damit sie etwa über Youtube-Tutorials Deutsch lernen können. Das klappt auch ganz hervorragend. Außerdem suchen viele Flüchtlinge übers Internet auch selbstständig nach Wohnungen oder Jobs. Das alles ist ganz wesentlich für das Gelingen von Integration. Alle profitieren letztlich davon, wenn diese Leute in die Selbständigkeit kommen.“